Was kostet ein 400.000 Euro Kredit im Monat?

Einen Kredit über 400.000 Euro aufzunehmen ist eine der größten finanziellen Entscheidungen deines Lebens – und es ist völlig normal, dass du dir dabei viele Fragen stellst. Wie hoch wird die monatliche Rate? Wie viel Eigenkapital brauchst du? Und was passiert, wenn die Zinsbindung ausläuft?

Dieser Artikel beantwortet all das. Du bekommst konkrete Zahlen, ehrliche Einschätzungen und praktische Tipps – damit du gut vorbereitet in deine Finanzierung gehst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die monatliche Rate für einen 400.000 € Kredit hängt von Zinssatz, Tilgung und Laufzeit ab.
  • Längere Laufzeiten senken die Monatsrate, führen aber zu höheren Gesamtkosten.
  • Eigenkapital verbessert die Konditionen deutlich – ohne Eigenkapital steigen Zinsen und Anforderungen.
  • Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und Makler müssen zusätzlich eingeplant werden.
  • Nach Ablauf der Zinsbindung brauchst du eine Anschlussfinanzierung – plane das frühzeitig ein.

Inhaltsverzeichnis

    Monatliche Rate: Was kostet ein 400.000 € Kredit wirklich?

    Beispielraten bei verschiedenen Zinssätzen

    Wie hoch deine monatliche Rate ausfällt, hängt vor allem vom aktuellen Zinssatz ab. Hier ein Überblick für eine Laufzeit von 30 Jahren mit 2 % anfänglicher Tilgung:

    Zinssatz (p.a.) Monatliche Rate
    3,0 % 1.667 €
    3,5 % 1.833 €
    4,0 % 2.000 €
    4,5 % 2.167 €

    Hinweis: Diese Werte sind Beispielrechnungen. Deine tatsächliche Rate hängt von deiner Bonität, dem Eigenkapital und den Konditionen der jeweiligen Bank ab.

    Willst du wissen, welche Rate aktuell für dich realistisch ist? Mit dem Baufinanzierungsrechner von Justhome bekommst du in wenigen Minuten eine konkrete Einschätzung auf Basis echter Bankkonditionen.

    Wie die Tilgungsrate die Monatsrate beeinflusst

    Die Tilgungsrate bestimmt, wie schnell du den Kredit zurückzahlst – und damit auch, wie viel Zinsen du insgesamt zahlst. Höhere Tilgung bedeutet:

    • Höhere Monatsrate
    • Kürzere Gesamtlaufzeit
    • Deutlich geringere Zinskosten

    Beispiel bei 3,5 % Zinsen auf 400.000 €:

    Tilgung Monatliche Rate Laufzeit (ca.)
    1 % 1.500 € über 40 Jahre
    2 % 1.833 € ca. 30 Jahre
    3 % 2.167 € ca. 23 Jahre

    Als Faustregel gilt: Mindestens 2 % Anfangstilgung sind sinnvoll – bei niedrigem Zinsniveau gerne mehr, damit du nicht ewig zahltst.

    Rechne verschiedene Szenarien mit dem Tilgungsrechner durch.

    Wie die Laufzeit die Gesamtkosten verändert

    Die Laufzeit beeinflusst sowohl die monatliche Belastung als auch die gesamten Zinskosten erheblich. Beispiel bei 3,5 % Zinsen:

    Laufzeit Monatliche Rate Gesamtzinsen (ca.)
    20 Jahre ca. 2.320 € ca. 157.000 €
    25 Jahre ca. 2.000 € ca. 200.000 €
    30 Jahre ca. 1.833 € ca. 260.000 €

    Eine längere Laufzeit schont den monatlichen Cashflow, kostet dich über die gesamte Laufzeit aber deutlich mehr. Was für dich sinnvoller ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab.


    Einkommen und Bonität: Was musst du mitbringen?

    Wie viel Einkommen brauchst du?

    Banken prüfen bei jedem Kreditantrag, ob du die monatliche Rate dauerhaft tragen kannst. Die gängige Daumenregel: Die monatliche Kreditrate sollte nicht mehr als 35 % deines Nettoeinkommens ausmachen.

    Hier ein Überblick, welches Nettoeinkommen du je nach Ratenhöhe benötigst:

    Monatliche Rate Erforderliches Nettoeinkommen
    1.500 € ca. 4.300 €
    1.800 € ca. 5.150 €
    2.000 € ca. 5.700 €
    2.200 € ca. 6.300 €

    Zusätzlich erstellen Banken eine vollständige Haushaltsrechnung. Das heißt: Alle laufenden Ausgaben wie Miete (falls du noch mietest), Versicherungen, Auto und Lebenshaltungskosten werden von deinem Einkommen abgezogen. Was übrig bleibt, bestimmt, wie viel Kredit du realistisch tragen kannst.

    Mit dem Budgetrechner von Justhome kannst du schnell herausfinden, wie viel Immobilie du dir leisten kannst.

    Warum deine Bonität so wichtig ist

    Neben dem Einkommen prüft die Bank deine Kreditwürdigkeit – also ob du in der Vergangenheit zuverlässig gezahlt hast. Dazu gehören:

    • SCHUFA-Score: Ein guter Score ist Grundvoraussetzung für attraktive Konditionen.
    • Bestehende Verbindlichkeiten: Andere Kredite oder hohe Kreditkartenlimits wirken sich negativ aus.
    • Beschäftigungsverhältnis: Unbefristete Anstellung ist ideal – Selbstständige müssen oft mehr Unterlagen einreichen.
    • Alter und Laufzeit: Banken achten darauf, dass der Kredit idealerweise vor dem Renteneintritt abgezahlt ist.

    Selbst ein kleiner Unterschied im Zinssatz – zum Beispiel 0,3 % – macht bei 400.000 € über 25 Jahre leicht 20.000 € oder mehr aus. Eine gute Bonität zahlt sich also direkt aus.


    Eigenkapital: Mit und ohne im Vergleich

    Warum Eigenkapital so wichtig ist

    Eigenkapital ist der stärkste Hebel für bessere Kreditkonditionen. Je mehr du selbst mitbringst, desto geringer das Risiko für die Bank – und desto niedriger der Zinssatz.

    Empfehlung: Mindestens 20–30 % des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen, zusätzlich sollten die Kaufnebenkosten (rund 10–15 % je nach Bundesland) aus eigenen Mitteln gedeckt sein.

    Vergleich: Mit und ohne Eigenkapital

    Nehmen wir einen Kaufpreis von 400.000 € als Beispiel:

    Szenario Eigenkapital Kreditbetrag Zinsvorteil Monatsrate (ca.)
    Kein Eigenkapital (110 %-Finanzierung inkl. Nebenkosten) 0 € ca. 445.000 € kein Vorteil, Aufschlag ca. 2.300 €
    Nebenkosten selbst getragen ca. 45.000 € 400.000 € leichter Vorteil ca. 1.950 €
    20 % Eigenkapital + Nebenkosten ca. 125.000 € 320.000 € deutlicher Vorteil ca. 1.560 €

    Hinweis: Zinssätze und genaue Aufschläge variieren je nach Bank und Marktlage. Diese Zahlen dienen der Orientierung.

    Eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital ist zwar möglich, aber teuer – und nicht jede Bank bietet sie überhaupt an. Wenn du noch nicht genug Eigenkapital hast, lohnt es sich, den Kaufzeitpunkt zu verschieben und weiter zu sparen.


    Kaufnebenkosten: Was viele unterschätzen

    Die Kaufnebenkosten sind ein häufig unterschätzter Posten. Sie können bis zu 15 % des Kaufpreises ausmachen und werden von den meisten Banken nicht mitfinanziert.

    Die wichtigsten Nebenkosten im Überblick

    • Grunderwerbsteuer: Je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises
    • Notarkosten und Grundbucheintrag: Zusammen rund 1,5–2 % des Kaufpreises
    • Maklerprovision: Üblicherweise 3–7 % des Kaufpreises (zzgl. MwSt.), in der Regel hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt

    Beispielrechnung für Berlin

    Kostenpunkt Prozentsatz Betrag
    Grunderwerbsteuer (Berlin) 6,0 % 24.000 €
    Notar & Grundbuch 2,0 % 8.000 €
    Maklerprovision (3 % + MwSt.) 3,57 % 14.280 €
    Gesamte Nebenkosten ca. 11,6 % ca. 46.280 €

    Für eine Immobilie mit einem Kaufpreis von 400.000 € brauchst du in Berlin also rund 446.000 € insgesamt – ohne diese Kosten in bar zu haben, wird die Finanzierung deutlich teurer.

    Berechne deine individuellen Kaufnebenkosten mit dem Kaufnebenkostenrechner.


    Zinsbindung: Welche Laufzeit passt zu dir?

    Was ist die Zinsbindung?

    Die Zinsbindung legt fest, für wie lange dein Zinssatz festgeschrieben wird – unabhängig davon, was am Markt passiert. Übliche Zinsbindungen sind 10, 15 oder 20 Jahre.

    Kurze vs. lange Zinsbindung

    Zinsbindung Vorteil Nachteil
    10 Jahre Oft günstigerer Einstiegszins Zinsrisiko bei Anschlussfinanzierung
    15 Jahre Gute Balance aus Sicherheit und Preis Etwas höherer Zins
    20 Jahre Maximale Planungssicherheit Oft höherer Zinssatz

    In Phasen mit höherem Zinsniveau kann eine lange Zinsbindung sinnvoll sein, um sich den aktuellen Satz langfristig zu sichern. In Niedrigzinsphasen setzen manche Käufer auf kürzere Bindungen, um später von sinkenden Zinsen zu profitieren – das ist aber spekulativ.

    Was passiert nach Ablauf der Zinsbindung?

    Das ist der Moment, den viele vergessen: Nach 10, 15 oder 20 Jahren endet deine Zinsbindung – aber der Kredit ist noch nicht abbezahlt. Du brauchst dann eine Anschlussfinanzierung.

    Das bedeutet:

    • Du handelst mit deiner Bank neue Konditionen aus – oder wechselst die Bank (Umschuldung)
    • Das Zinsniveau zum Ablaufzeitpunkt ist entscheidend
    • Du kannst schon bis zu 5 Jahre vor Ablauf ein Forward-Darlehen vereinbaren, um dir den dann aktuellen Zinssatz zu sichern

    Plane die Anschlussfinanzierung frühzeitig ein. Eine Umschuldung zu einem günstigeren Anbieter kann tausende Euro sparen.


    Sondertilgung: Schneller schuldenfrei werden

    Viele Kreditverträge erlauben jährliche Sondertilgungen – meist 5–10 % der ursprünglichen Kreditsumme. Das bedeutet: Du kannst zusätzlich zum normalen Ratenplan einmalige Zahlungen leisten und damit die Restschuld schneller reduzieren.

    Das lohnt sich besonders dann, wenn:

    • Du eine Gehaltserhöhung, Erbschaft oder Steuererstattung erwartest
    • Du die Gesamtzinskosten deutlich senken willst
    • Du flexibel auf Veränderungen reagieren möchtest

    Beispiel: Eine jährliche Sondertilgung von 5.000 € kann die Gesamtlaufzeit eines 400.000 € Kredits um mehrere Jahre verkürzen und die Zinslast erheblich reduzieren.

    Achte beim Abschluss darauf, dass Sondertilgungsrechte vertraglich vereinbart sind – ohne explizite Vereinbarung sind sie oft nicht möglich.


    Förderungen: KfW und weitere Möglichkeiten

    Du musst nicht alles alleine stemmen. Es gibt staatliche Förderungen, die deine Finanzierung günstiger machen können.

    KfW-Förderung

    Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für:

    • Energieeffizientes Bauen und Kaufen (z. B. KfW-Effizienzhaus-Standard)
    • Wohneigentum für Familien (z. B. KfW 300 – Wohneigentum für Familien)
    • Modernisierung und Sanierung

    KfW-Darlehen werden über deine Hausbank beantragt und können als Teil deiner Gesamtfinanzierung eingebunden werden. Der Zinsvorteil und mögliche Tilgungszuschüsse können sich je nach Programm auf mehrere tausend Euro summieren.

    Regionale Förderprogramme

    Zusätzlich gibt es in vielen Bundesländern und Kommunen eigene Förderprogramme – etwa günstige Darlehen für Familien, Zuschüsse für Erstkäufer oder verbilligte Grundstücke. Es lohnt sich, diese vor dem Kauf zu recherchieren.

    Tipp: Lass dich im Rahmen deiner Finanzierungsberatung auch zu Fördermöglichkeiten informieren – viele werden verschenkt, weil Käufer nicht wissen, dass sie existieren.


    Andere Kreditsummen vergleichen

    Je nach Immobilie und Eigenkapital kann dein Kreditbedarf abweichen. Schau dir auch diese Artikel an:


    Fazit: So gehst du einen 400.000 € Kredit richtig an

    Ein Kredit über 400.000 € ist eine große Entscheidung – aber mit der richtigen Vorbereitung eine gut beherrschbare. Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:

    • Rate realistisch berechnen: Plane mit mindestens 2 % Tilgung und nutze Rechentools, um verschiedene Szenarien zu vergleichen.
    • Eigenkapital ist Gold wert: Wer mehr mitbringt, zahlt weniger Zinsen und hat bessere Chancen bei der Bank.
    • Nebenkosten nicht vergessen: Bis zu 15 % des Kaufpreises kommen obendrauf – diese müssen meist aus eigener Tasche kommen.
    • Zinsbindung gut wählen: Überlege, wie viel Planungssicherheit du brauchst – und was nach Ablauf passiert.
    • Sondertilgung vereinbaren: Flexibilität kostet wenig und kann dir langfristig viel sparen.
    • Förderungen nutzen: KfW und regionale Programme können die Finanzierung erheblich verbessern.

    Starte jetzt mit dem Baufinanzierungsrechner und verschaffe dir einen ersten Überblick – oder buche direkt einen Beratungstermin bei Justhome.


    Häufige Fragen zum 400.000 € Kredit

    Wie hoch ist die monatliche Rate für einen 400.000 € Kredit?

    Die monatliche Rate hängt von Zinssatz, Tilgung und Laufzeit ab. Bei einem Zinssatz von 3,5 % und 2 % anfänglicher Tilgung auf 30 Jahre ergibt sich eine Rate von rund 1.833 €. Bei höherer Tilgung oder höheren Zinsen steigt die Rate entsprechend an.

    Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen 400.000 € Kredit?

    Empfohlen werden mindestens 20 % des Kaufpreises plus die Kaufnebenkosten (rund 10–15 %) aus Eigenkapital. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € wären das rund 80.000–120.000 €. Eine Finanzierung ohne Eigenkapital ist möglich, aber teurer.

    Wie viel Gehalt brauche ich für einen 400.000 € Kredit?

    Als Faustregel gilt: Die Monatsrate sollte maximal 35 % des Nettoeinkommens ausmachen. Bei einer Rate von 1.800 € brauchst du also rund 5.150 € Nettoeinkommen pro Monat. Auch Haushaltskosten und bestehende Verbindlichkeiten fließen in die Bankprüfung ein.

    Was passiert, wenn die Zinsbindung endet?

    Nach Ablauf der Zinsbindung wird der Kredit zu neuen Konditionen weitergeführt – entweder bei deiner bestehenden Bank oder bei einem neuen Anbieter (Umschuldung). Du kannst dir schon vor Ablauf mit einem Forward-Darlehen einen günstigen Zins sichern.

    Kann ich bei einem 400.000 € Kredit Sondertilgungen leisten?

    Das hängt von deinem Kreditvertrag ab. Viele Banken erlauben jährliche Sondertilgungen von 5–10 % der ursprünglichen Darlehenssumme. Diese Option solltest du beim Vertragsabschluss unbedingt vereinbaren – sie kann dir langfristig viel Geld sparen.

    Welche Förderungen gibt es für eine Immobilienfinanzierung über 400.000 €?

    Die KfW bietet zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse, zum Beispiel für energieeffizientes Bauen oder Wohneigentum für Familien. Darüber hinaus gibt es in vielen Bundesländern eigene Förderprogramme. Es lohnt sich, diese Möglichkeiten vor dem Kauf zu prüfen.

    Berechne deine Rate für 400.000 €

    Wie hoch wäre deine monatliche Rate? Mit dem Justhome Baufinanzierungsrechner bekommst du in wenigen Minuten eine realistische Einschätzung – auf Basis echter Bankkonditionen.

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