Was kostet ein 400.000 Euro Kredit im Monat?

Einen Kredit über 400.000 Euro aufzunehmen ist eine der größten finanziellen Entscheidungen deines Lebens – und es ist völlig normal, dass du dir dabei viele Fragen stellst. Wie hoch wird die monatliche Rate? Welches Einkommen brauchst du? Und was passiert, wenn die Zinsbindung ausläuft?

Dieser Artikel gibt dir konkrete Zahlen, ehrliche Einschätzungen und praktische Tipps – damit du gut vorbereitet in deine Finanzierung gehst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die monatliche Rate für einen 400.000 € Kredit hängt von Zinssatz, Tilgung und Laufzeit ab.
  • Bei 3,5 % Zinsen und 2 % Tilgung liegt die Monatsrate bei rund 1.833 €.
  • Als Faustregel gilt: Du brauchst ein Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 5.000–5.500 €.
  • Eigenkapital verbessert die Konditionen deutlich – ohne Eigenkapital steigen Zinsen und Anforderungen.
  • Kaufnebenkosten von 10–15 % des Kaufpreises müssen zusätzlich eingeplant werden.
  • Nach Ablauf der Zinsbindung brauchst du eine Anschlussfinanzierung – plane das frühzeitig ein.

Inhaltsverzeichnis

    Monatliche Rate auf einen Blick

    Was kostet dich ein 400.000 € Kredit pro Monat? Die folgende Tabelle zeigt dir die Monatsrate bei verschiedenen Zinssätzen – jeweils mit 2 % anfänglicher Tilgung.

    Zinssatz (p.a.) Monatliche Rate
    3,0 % 1.667 €
    3,5 % 1.833 €
    4,0 % 2.000 €
    4,5 % 2.167 €

    Beispielrechnungen mit 2 % anfänglicher Tilgung. Deine tatsächliche Rate hängt von Bonität, Eigenkapital und den Konditionen deiner Bank ab. Stand: Juni 2026.

    Willst du wissen, welche Rate aktuell für dich realistisch ist? Mit dem Baufinanzierungsrechner von Justhome bekommst du in wenigen Minuten eine konkrete Einschätzung auf Basis echter Bankkonditionen.


    Welches Einkommen brauchst du für einen 400.000 Euro Kredit?

    Banken prüfen bei jedem Kreditantrag, ob du die monatliche Rate dauerhaft tragen kannst. Die gängige Faustregel: Die Kreditrate sollte maximal 35 % deines Haushaltsnettoeinkommen ausmachen.

    Was bedeutet das konkret?

    Monatliche Rate Erforderliches Nettoeinkommen (mind.)
    1.500 € ca. 4.300 €
    1.833 € ca. 5.250 €
    2.000 € ca. 5.700 €
    2.200 € ca. 6.300 €

    Bei einer typischen Rate von rund 1.833 € (3,5 % Zins, 2 % Tilgung) brauchst du also ein Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 5.250 €.

    Aber die 35-Prozent-Regel ist nur der erste Anhaltspunkt. Banken erstellen zusätzlich eine vollständige Haushaltsrechnung. Alle laufenden Ausgaben – Versicherungen, Auto, Lebenshaltungskosten, bestehende Kredite – werden von deinem Einkommen abgezogen. Was übrig bleibt, bestimmt, wie viel Kredit du realistisch tragen kannst.

    Mit dem Budgetrechner von Justhome findest du schnell heraus, wie viel Immobilie du dir leisten kannst.


    400.000 Euro Kredit: Zinsen im Überblick

    Der Zinssatz ist der wichtigste Kostenfaktor deiner Finanzierung. Schon kleine Unterschiede wirken sich bei 400.000 € enorm aus. Die folgende Tabelle zeigt dir, wie sich verschiedene Zinssätze auf Monatsrate und Gesamtzinskosten auswirken – jeweils bei 2 % anfänglicher Tilgung.

    Zinssatz (p.a.) Monatliche Rate Gesamtzinsen über die Laufzeit (ca.)
    3,0 % 1.667 € ca. 180.000 €
    3,5 % 1.833 € ca. 200.000 €
    4,0 % 2.000 € ca. 220.000 €
    4,5 % 2.167 € ca. 240.000 €

    Beispielrechnungen, gerundet. Tatsächliche Konditionen hängen von Bonität, Eigenkapital und Zinsbindung ab. Stand: Juni 2026.

    Du siehst: Bereits 0,5 Prozentpunkte mehr oder weniger können über die Gesamtlaufzeit 20.000 € und mehr ausmachen. Deshalb lohnt es sich, Angebote sorgfältig zu vergleichen.


    Wie die Laufzeit Rate und Gesamtkosten beeinflusst

    Die Laufzeit deines Kredits bestimmt, wie hoch deine monatliche Belastung ist – und wie viel du insgesamt an Zinsen zahlst. Hier ein Vergleich bei 3,5 % Zinsen und 400.000 € Kreditsumme:

    Laufzeit Anfängliche Tilgung (ca.) Monatliche Rate Gesamtzinsen (ca.)
    20 Jahre ca. 3,5 % ca. 2.320 € ca. 157.000 €
    25 Jahre ca. 2,5 % ca. 2.000 € ca. 200.000 €
    30 Jahre ca. 2,0 % ca. 1.833 € ca. 260.000 €

    Eine kürzere Laufzeit bedeutet eine höhere Monatsrate, aber deutlich geringere Gesamtkosten. Eine längere Laufzeit schont den monatlichen Cashflow, kostet dich über die Jahre aber erheblich mehr.

    Was für dich sinnvoller ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Als Faustregel gilt: Mindestens 2 % Anfangstilgung sind empfehlenswert – bei niedrigerem Zinsniveau gerne mehr, damit du nicht ewig zahlst.

    Rechne verschiedene Szenarien mit dem Tilgungsrechner durch.


    Restschuld nach der Zinsbindung

    Viele vergessen diesen Punkt: Nach Ablauf der Zinsbindung ist dein Kredit in aller Regel noch nicht vollständig abbezahlt. Es bleibt eine Restschuld, für die du eine Anschlussfinanzierung brauchst.

    Wie hoch die Restschuld ausfällt, hängt von Tilgung und Zinsbindung ab. Hier ein Überblick bei 400.000 € Kreditsumme und 3,5 % Zinsen:

    Zinsbindung Anfängliche Tilgung Restschuld nach Zinsbindung (ca.)
    10 Jahre 2 % ca. 315.000 €
    10 Jahre 3 % ca. 265.000 €
    15 Jahre 2 % ca. 260.000 €
    15 Jahre 3 % ca. 190.000 €
    20 Jahre 2 % ca. 190.000 €
    20 Jahre 3 % ca. 100.000 €

    Gerundete Beispielwerte. Die tatsächliche Restschuld hängt von den konkreten Konditionen ab.

    Das bedeutet: Selbst bei 2 % Tilgung und 10 Jahren Zinsbindung stehen noch rund 315.000 € offen. Wenn die Zinsen bis dahin gestiegen sind, kann sich deine Monatsrate bei der Anschlussfinanzierung deutlich erhöhen.

    So kannst du vorsorgen:

    • Wähle eine höhere Anfangstilgung, um die Restschuld schneller zu senken.
    • Nutze Sondertilgungen, um zusätzlich abzuzahlen.
    • Sichere dir bis zu 5 Jahre vor Ablauf mit einem Forward-Darlehen den dann aktuellen Zinssatz.

    Eigenkapital: Dein stärkster Hebel

    Eigenkapital ist der wichtigste Faktor für bessere Kreditkonditionen. Je mehr du selbst mitbringst, desto geringer das Risiko für die Bank – und desto niedriger dein Zinssatz.

    Empfehlung: Mindestens 20–30 % des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen. Zusätzlich sollten die Kaufnebenkosten (rund 10–15 % je nach Bundesland) aus eigenen Mitteln gedeckt sein.

    Vergleich: Mit und ohne Eigenkapital

    Nehmen wir einen Kaufpreis von 400.000 € als Beispiel:

    Szenario Eigenkapital Kreditbetrag Monatsrate (ca.)
    Kein Eigenkapital (110 %-Finanzierung inkl. Nebenkosten) 0 € ca. 445.000 € ca. 2.300 €
    Nebenkosten selbst getragen ca. 45.000 € 400.000 € ca. 1.950 €
    20 % Eigenkapital + Nebenkosten ca. 125.000 € 320.000 € ca. 1.560 €

    Zinssätze und Aufschläge variieren je nach Bank und Marktlage. Diese Zahlen dienen der Orientierung.

    Eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital ist zwar möglich, aber teuer – und nicht jede Bank bietet sie überhaupt an. Wenn du noch nicht genug Eigenkapital hast, kann es sich lohnen, den Kaufzeitpunkt zu verschieben und weiter zu sparen.


    Kaufnebenkosten: Was viele unterschätzen

    Die Kaufnebenkosten kommen zum Kaufpreis dazu und können bis zu 15 % ausmachen. Die meisten Banken finanzieren sie nicht mit – du musst sie aus eigenen Mitteln aufbringen.

    Die wichtigsten Nebenkosten

    • Grunderwerbsteuer: Je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises
    • Notarkosten und Grundbucheintrag: Zusammen rund 1,5–2 % des Kaufpreises
    • Maklerprovision: Üblicherweise 3–7 % (zzgl. MwSt.), in der Regel hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt

    Beispielrechnung für Berlin

    Kostenpunkt Prozentsatz Betrag
    Grunderwerbsteuer (Berlin) 6,0 % 24.000 €
    Notar & Grundbuch 2,0 % 8.000 €
    Maklerprovision (3 % + MwSt.) 3,57 % 14.280 €
    Gesamte Nebenkosten ca. 11,6 % ca. 46.280 €

    Für eine Immobilie mit einem Kaufpreis von 400.000 € brauchst du in Berlin also rund 446.000 € insgesamt.

    Berechne deine individuellen Kaufnebenkosten mit dem Kaufnebenkostenrechner. Auch den Notarkostenrechner kannst du für eine genauere Aufschlüsselung nutzen.


    Zinsbindung: Welche Laufzeit passt zu dir?

    Die Zinsbindung legt fest, für wie lange dein Zinssatz festgeschrieben wird – egal, was am Markt passiert. Übliche Zinsbindungen sind 10, 15 oder 20 Jahre.

    Zinsbindung Vorteil Nachteil
    10 Jahre Oft günstigerer Einstiegszins Zinsrisiko bei Anschlussfinanzierung
    15 Jahre Gute Balance aus Sicherheit und Preis Etwas höherer Zins
    20 Jahre Maximale Planungssicherheit Oft höherer Zinssatz

    In Phasen mit höherem Zinsniveau kann eine lange Zinsbindung sinnvoll sein, um dir den aktuellen Satz langfristig zu sichern. In Niedrigzinsphasen setzen manche Käufer auf kürzere Bindungen – das ist aber spekulativ.

    Gut zu wissen: Nach 10 Jahren Laufzeit hast du laut § 489 BGB ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht – unabhängig von der vereinbarten Zinsbindung. Mehr dazu erfährst du im Artikel Wann komme ich aus dem Kredit raus?.


    Sondertilgung: Schneller schuldenfrei werden

    Viele Kreditverträge erlauben jährliche Sondertilgungen – meist 5–10 % der ursprünglichen Kreditsumme. Du kannst also zusätzlich zum normalen Ratenplan einmalige Zahlungen leisten und damit die Restschuld schneller reduzieren.

    Das lohnt sich besonders, wenn:

    • Du eine Gehaltserhöhung, Erbschaft oder Steuererstattung erwartest
    • Du die Gesamtzinskosten deutlich senken willst
    • Du flexibel auf Veränderungen reagieren möchtest

    Beispiel: Eine jährliche Sondertilgung von 5.000 € kann die Gesamtlaufzeit eines 400.000 € Kredits um mehrere Jahre verkürzen und die Zinslast erheblich reduzieren.

    Achte beim Abschluss darauf, dass Sondertilgungsrechte vertraglich vereinbart sind – ohne explizite Vereinbarung sind sie oft nicht möglich.


    400.000 € Kredit im Vergleich zu anderen Kreditsummen

    Je nach Immobilie, Region und Eigenkapital kann dein Kreditbedarf höher oder niedriger ausfallen. Die folgende Übersicht hilft dir, die Größenordnungen einzuordnen (jeweils bei 3,5 % Zinsen und 2 % Tilgung):

    Kreditsumme Monatliche Rate (ca.) Nettoeinkommen (mind.)
    300.000 € ca. 1.375 € ca. 3.930 €
    400.000 € ca. 1.833 € ca. 5.250 €
    500.000 € ca. 2.292 € ca. 6.550 €

    Ausführliche Informationen findest du in diesen Artikeln:


    Förderungen: KfW und weitere Möglichkeiten

    Du musst nicht alles alleine stemmen. Es gibt staatliche Förderungen, die deine Finanzierung günstiger machen können.

    KfW-Förderung

    Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für:

    • Energieeffizientes Bauen und Kaufen (z. B. KfW-Effizienzhaus-Standard)
    • Wohneigentum für Familien (z. B. KfW 300 – Wohneigentum für Familien)
    • Modernisierung und Sanierung

    KfW-Darlehen werden über deine Hausbank beantragt und können als Teil deiner Gesamtfinanzierung eingebunden werden. Der Zinsvorteil und mögliche Tilgungszuschüsse können sich je nach Programm auf mehrere tausend Euro summieren.

    Regionale Förderprogramme

    Zusätzlich gibt es in vielen Bundesländern und Kommunen eigene Programme – etwa günstige Darlehen für Familien, Zuschüsse für Erstkäufer oder verbilligte Grundstücke. Es lohnt sich, diese vor dem Kauf zu recherchieren.

    Lass dich im Rahmen deiner Finanzierungsberatung auch zu Fördermöglichkeiten informieren – viele werden verschenkt, weil Käufer nicht wissen, dass sie existieren.


    Fazit: So gehst du einen 400.000 € Kredit richtig an

    Ein Kredit über 400.000 € ist eine große Entscheidung – aber mit der richtigen Vorbereitung eine gut beherrschbare. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

    • Rate realistisch berechnen: Plane mit mindestens 2 % Tilgung und nutze Rechentools, um verschiedene Szenarien zu vergleichen.
    • Einkommen prüfen: Deine Rate sollte maximal 35 % des Nettoeinkommens ausmachen.
    • Eigenkapital ist Gold wert: Wer mehr mitbringt, zahlt weniger Zinsen und hat bessere Chancen bei der Bank.
    • Nebenkosten nicht vergessen: Bis zu 15 % des Kaufpreises kommen obendrauf – diese musst du meist aus eigener Tasche bezahlen.
    • Restschuld im Blick behalten: Nach der Zinsbindung bleibt oft ein hoher Betrag offen – plane die Anschlussfinanzierung frühzeitig.
    • Sondertilgung vereinbaren: Flexibilität kostet wenig und kann dir langfristig viel sparen.
    • Förderungen nutzen: KfW und regionale Programme können die Finanzierung erheblich verbessern.

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