Dein Zinsbindungsende ist noch ein bis drei Jahre entfernt? Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, um dich um die Anschlussfinanzierung zu kümmern, denn aktuell hast du noch alle Optionen offen. Wer erst drei Monate vorher anfängt, nimmt meist das Angebot, das gerade auf dem Tisch liegt. Wer früh plant, kann Zinsen vorab sichern, Banken vergleichen und ohne Zeitdruck entscheiden.
Das Thema klingt nach Papierkram und Zinsrisiko, lässt sich mit etwas Vorlauf aber gelassen lösen. Das gilt für dein Haus ebenso wie für deine Eigentumswohnung. In diesem Artikel findest du einen Fahrplan mit konkreten Aufgaben pro Etappe, eine neutrale Entscheidungshilfe für die drei Standardwege und zwei Sonderfälle: den Bausparvertrag und das KfW-Darlehen nach 10 Jahren.
Stand: November 2026. Rechtliche Rahmenbedingungen und Zinsen können sich ändern.
Was ist eine Anschlussfinanzierung?
Eine Anschlussfinanzierung führt die Restschuld deines Baudarlehens weiter, wenn die vereinbarte Zinsbindung endet. Du bekommst dafür neue Konditionen, entweder bei deiner bisherigen Bank oder bei einem anderen Kreditgeber. So bleibt deine Immobilie weiter finanziert, bis das Darlehen vollständig getilgt ist.
Die Zinsbindung ist der Zeitraum, in dem dein Zinssatz fest vereinbart ist, häufig 10, 15 oder 20 Jahre. Die Restschuld ist der Betrag, den du am Ende dieser Zeit noch schuldest. Sie ist meist deutlich kleiner als dein ursprünglicher Kredit, weil du bis dahin getilgt hast.
Beides gilt bei deinem Haus genauso wie bei einer Eigentumswohnung. Der Begriff klingt komplizierter, als er ist: Es geht schlicht darum, für den Rest der Schuld einen neuen Zins zu vereinbaren.
Wann solltest du dich um die Anschlussfinanzierung kümmern? Dein Fahrplan
Idealerweise beginnst du drei Jahre vor dem Ende der Zinsbindung, mit einer ersten Bestandsaufnahme. Spätestens zwölf Monate vorher solltest du Angebote einholen und vergleichen. Die Unterschrift folgt dann im Zeitfenster sechs bis drei Monate vor Ablauf. So bleibt genug Puffer für Bank, Notar und Grundbuch.
- 36 bis 24 Monate vorher: Restschuld und Konditionen prüfen, Forward-Option checken
- 12 Monate vorher: Angebote einholen und vergleichen
- 6 bis 3 Monate vorher: Vertrag unterschreiben, Unterlagen einreichen
Wer jetzt anfängt, hat Zeit und keinen Druck. Die einzelnen Etappen gehen wir Schritt für Schritt durch.
36 bis 24 Monate vorher: Bestandsaufnahme und erste Weichen
In dieser Phase musst du noch nichts entscheiden. Du sammelst Informationen, und das geht in einem Nachmittag. Diese Aufgaben stehen an:
- Restschuld zum Stichtag des Zinsbindungsendes bei deinem Kreditgeber erfragen
- Zinsbindungsende und Kündigungsfristen in deinem Darlehensvertrag nachlesen
- prüfen, wie viel du bis dahin noch per Sondertilgung zurückzahlen kannst (das sind außerplanmäßige Zahlungen, die deine Restschuld verringern)
- das Zinsniveau am Markt im Blick behalten
Wenn du befürchtest, dass die Zinsen bis zum Ablauf steigen, kannst du dir heute schon einen Zins für später sichern. Das nennt man Forward-Darlehen: Du vereinbarst jetzt die Konditionen, das neue Darlehen startet aber erst bei Ablauf deiner Zinsbindung. Dafür verlangt die Bank einen Zinsaufschlag für die Wartezeit. Wie ein Forward-Darlehen funktioniert und wann es sich lohnt, erfährst du in unserem Ratgeber.
12 Monate vorher: Angebote einholen und vergleichen
Jetzt wird es konkret. Hole mehrere Angebote ein und vergleiche sie nach denselben Kriterien. Wichtig sind vor allem:
- Effektivzins: Er enthält neben dem Sollzins (dem reinen Zinssatz auf das Darlehen) auch Gebühren und Nebenkosten und ist damit die bessere Vergleichsgröße
- Höhe der anfänglichen Tilgung
- Sondertilgungsrechte und Möglichkeiten, die Tilgung später anzupassen
- Dauer der Zinsbindung
- Nebenkosten, etwa für Notar oder Grundbuch
Das Angebot deiner Hausbank ist dabei nur eines von mehreren. Es hat Vorteile, weil es bequem ist. Ob es auch das günstigste ist, siehst du erst im Vergleich.
Vielleicht zögerst du, bei anderen Banken anzufragen. Dafür gibt es keinen Grund: Eine Anfrage verpflichtet dich zu nichts, und Banken rechnen jeden Tag mit Vergleichsanfragen.
6 bis 3 Monate vorher: Vertrag unterschreiben und Unterlagen einreichen
Hast du dich entschieden, läuft der Abschluss in wenigen Schritten ab:
- Angebot annehmen und den Darlehensvertrag prüfen
- Unterlagen einreichen (die Liste findest du weiter unten im Abschnitt zur Checkliste)
- Vertrag unterschreiben und zurücksenden
- bei einem Bankwechsel: Übertragung der Grundschuld veranlassen
Ein Zeitpuffer ist hier Gold wert. Kommt der Vertrag erst kurz vor Ablauf zustande, geraten Bank und Grundbuchamt schnell unter Druck, und du hast kaum noch Verhandlungsspielraum.
Anschlussfinanzierung fürs Haus: Wie lange dauert es bis zum Vertrag?
Das hängt vom Weg ab und schwankt von Bank zu Bank. Bei einer Prolongation, also der Verlängerung bei deiner bisherigen Bank, geht es meist schnell. Oft genügen einige Wochen, weil die Bank dich und dein Objekt schon kennt.
Bei einer Umschuldung zu einer anderen Bank dauert es in der Regel länger. Die neue Bank prüft Bonität und Immobilie, und die Grundschuld muss angepasst werden. Die Grundschuld ist das Pfandrecht der Bank am Grundstück, das im Grundbuch eingetragen ist. Plane deshalb mehrere Wochen bis wenige Monate ein. Feste Zusagen zur Dauer kann dir nur die jeweilige Bank geben.
Diese Fristen solltest du kennen: Sonderkündigungsrecht und was bei Nichtstun passiert
Fristen wirken schnell bedrohlich. Hier geht es aber nicht um Drohkulissen, sondern um drei Punkte, die du einmal verstanden haben solltest. Die folgenden Angaben sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung.
Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB
Das Sonderkündigungsrecht erlaubt dir, ein Darlehen mit festem Zins nach zehn Jahren zu kündigen, selbst wenn die Zinsbindung länger läuft. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate. Die zehn Jahre zählen ab dem vollständigen Empfang des Darlehens.
Das Recht betrifft vor allem Darlehen mit einer Zinsbindung von mehr als zehn Jahren. Hast du etwa 15 Jahre vereinbart, kannst du nach zehn Jahren aussteigen und die Anschlussfinanzierung früher angehen. Wichtig: Kündigen kannst du frühestens nach Ablauf der zehn Jahre, danach läuft die Frist von sechs Monaten. Der früheste Ausstieg liegt also zehneinhalb Jahre nach dem vollständigen Empfang des Darlehens.
Vorfälligkeitsentschädigung: Wann sie anfällt und wie du sie vermeidest
Die Vorfälligkeitsentschädigung ist eine Ausgleichszahlung an die Bank, wenn du ein Darlehen vor Ende der Zinsbindung zurückzahlst. Die Bank verliert dadurch Zinseinnahmen, die sie fest eingeplant hatte. Dafür darf sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung verlangen.
In diesen Fällen fällt sie nicht an:
- Du wechselst oder verlängerst genau zum Ende der Zinsbindung
- Du nutzt das Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren und hältst die Frist ein
- Du leistest Sondertilgungen im Rahmen der vertraglich vereinbarten Möglichkeiten
Drohen kann sie, wenn du mitten in einer laufenden Zinsbindung aussteigen willst, etwa für einen Wechsel zu einem günstigeren Zins. Dann musst du abwägen, ob die Ersparnis die Entschädigung übersteigt. Wie hoch sie im Einzelfall ausfällt, erfährst du bei deiner Bank. Für deinen konkreten Fall lohnt sich ein Gespräch mit einem unabhängigen Berater oder einem Anwalt.
Was passiert, wenn du bei der Anschlussfinanzierung nichts tust?
Ehrlich gesagt: nichts Dramatisches, aber nichts Gutes. Was dann genau passiert, regelt dein Darlehensvertrag. Oft läuft das Darlehen ohne neue Vereinbarung zu einem variablen Zins weiter, der meist über dem Zins einer neuen Zinsbindung liegt. Einen Anspruch auf ein Anschlussangebot hast du nicht, und je nach Vertrag kann die Restschuld fällig werden. Dann stehst du unter Zeitdruck.
Das lässt sich vollständig vermeiden. Mit dem Fahrplan oben bist du dem Ablauf weit voraus, und du musst dafür kein Experte sein.
Welcher Weg passt zu dir? Prolongation, Umschuldung und Forward-Darlehen im Vergleich
Es gibt keinen besten Weg, sondern nur den, der zu deiner Situation passt. Die drei Standardwege sind die Prolongation (Verlängerung bei deiner bisherigen Bank), die Umschuldung (Wechsel zu einer anderen Bank) und das Forward-Darlehen (Zinssicherung für später). Die Tabelle ordnet sie nach deiner Lage ein.
| Prolongation | Umschuldung | Forward-Darlehen | |
|---|---|---|---|
| Passt zu dir, wenn … | du wenig Aufwand willst | du bereit bist, für bessere Konditionen zu wechseln | du steigende Zinsen befürchtest |
| Restlaufzeit bis Zinsbindungsende | auch kurz möglich | mindestens einige Monate Vorlauf | meist ab etwa 12 bis 36 Monaten |
| Wechselbereitschaft | niedrig | hoch | egal, kombinierbar mit beiden |
| Zinserwartung | neutral | neutral | Zinsen könnten steigen |
| Vorteil | wenig Aufwand, keine neue Grundschuld | oft bessere Konditionen durch Wettbewerb | Planungssicherheit |
| Nachteil | ohne Vergleich verschenkst du eventuell Zinsvorteile | mehr Aufwand, mögliche Kosten | Aufschlag für die Wartezeit, bei fallenden Zinsen bist du festgelegt |
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Prolongation: Bei deiner Bank bleiben
Bei der Prolongation vereinbarst du mit deiner bisherigen Bank neue Konditionen. Der Aufwand ist gering, und eine neue Grundschuld ist nicht nötig. Der Nachteil: Wer ohne Vergleich verlängert, verschenkt unter Umständen Zinsvorteile. Alles zur Prolongation deines Darlehens findest du in unserem Ratgeber.
Umschuldung: Zu einer anderen Bank wechseln
Bei der Umschuldung löst eine neue Bank dein bisheriges Darlehen ab. Der Wettbewerb sorgt oft für bessere Konditionen. Dafür brauchst du mehr Zeit, und es können Kosten entstehen, etwa für die Übertragung der Grundschuld. Details dazu stehen im Ratgeber, wie du deine Baufinanzierung umschulden kannst.
Forward-Darlehen: Zinsen heute sichern, später starten
Das Forward-Darlehen gibt dir Planungssicherheit, wenn du mit steigenden Zinsen rechnest. Du bezahlst dafür einen Aufschlag, und falls die Zinsen bis zum Start fallen, bist du an den vereinbarten Zins gebunden. Mehr dazu liest du im Artikel zum Forward-Darlehen.
Jetzt abschließen oder abwarten? So entscheidest du
Eine Zinsprognose kann dir seriös niemand geben, und wir versprechen dir auch keine. Besser hilft eine kleine Entscheidungslogik mit drei Fragen:
- Wie viel Zeit bleibt dir? Bei mehr als zwei Jahren hast du Spielraum zum Beobachten. Bei weniger als einem Jahr solltest du bald Angebote einholen.
- Wie viel Schwankung hält dein Budget aus? Wenn eine um 300 € höhere Monatsrate dich in Bedrängnis brächte, spricht das für frühe Sicherheit.
- Was kostet dich der Forward-Aufschlag? Lass dir ein konkretes Angebot nennen und rechne nach, ob dir die Sicherheit das Geld wert ist.
Beide Wege sind vertretbar. Wer sofort absichert, zahlt einen Preis für Ruhe. Wer wartet, behält Flexibilität und trägt das Zinsrisiko selbst.
Bausparvertrag für die Anschlussfinanzierung: Wann er sich lohnt
Ein Bausparvertrag kann als Anschluss funktionieren, passt aber nicht für jede Restschuld und nicht für jeden Zeitplan. Bausparkassen bewerben diesen Weg gern, deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick auf Stärken und Grenzen.
Zuteilung und fester Darlehenszins: So funktioniert das Bauspardarlehen
Beim Bausparen sparst du zunächst ein Guthaben an. Hast du das vertraglich festgelegte Mindestguthaben erreicht und genügend Bewertungspunkte gesammelt (die Bausparkasse vergibt sie für Sparleistung und Spardauer), kommt es zur Zuteilung: Die Bausparkasse zahlt dir die Bausparsumme aus, also dein Guthaben plus das Bauspardarlehen. Der Darlehenszins steht dabei von Anfang an im Vertrag fest, unabhängig vom Marktzins zum Zeitpunkt der Zuteilung.
Ist dein Vertrag zugeteilt und du rufst das Darlehen nicht ab, kann ein Bereitstellungszins anfallen. Gemeint ist eine Gebühr für das bereitgestellte, aber ungenutzte Geld. Entscheidend ist deshalb das Timing: Die Zuteilung sollte zum Ende deiner Zinsbindung passen, nicht Jahre davor oder danach.
Grenzen und Kombination mit einem Bankdarlehen
Die größte Grenze ist die Summe. Das Bauspardarlehen deckt oft nur einen Teil deiner Restschuld ab. Den Rest brauchst du dann als Bankdarlehen, sodass du zwei Darlehen nebeneinander bedienst. Außerdem ist ein Bauspardarlehen meist so aufgebaut, dass die Tilgung relativ hoch ausfällt.
Ob die Kombination unterm Strich günstiger ist als ein einzelnes Bankdarlehen, zeigt erst die Rechnung. Lass dir Angebote für beide Varianten geben und vergleiche die Gesamtkosten über die Laufzeit. Besitzt du schon einen Bausparvertrag, ist das Nachrechnen besonders lohnend.
Anschlussfinanzierung bei KfW-Darlehen: Das passiert nach 10 Jahren
Wenn du ein KfW-Darlehen hast, kannst du dich beruhigt zurücklehnen. Es gibt klare Regeln, und deine Hausbank begleitet dich durch den Prozess. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Programm und Laufzeit, deshalb gilt der Blick in deinen Vertrag und auf kfw.de.
Wenn die Zinsbindung deines KfW-Darlehens endet
KfW-Darlehen werden nicht direkt bei der KfW abgeschlossen, sondern über eine Bank durchgereicht. Das gilt auch für das Ende der Zinsbindung. Dann folgt eine Konditionsanpassung: Deine Bank bietet dir neue Konditionen für die Restlaufzeit an, die sich am aktuellen Zinsniveau orientieren. Du kannst das Angebot annehmen, also das Darlehen über die Hausbank verlängern, oder die Restschuld anderweitig ablösen.
Prüfe das neue Angebot wie jedes andere: Wie hoch ist der neue Zins, wie lange gilt er, und was passiert mit der Tilgung? Bei Unsicherheiten hilft ein Vergleichsangebot einer zweiten Bank.
Tilgungsfreie Jahre und weitere Sonderfälle
Viele KfW-Darlehen starten mit tilgungsfreien Anlaufjahren. In dieser Zeit zahlst du nur Zinsen, aber nichts zurück. Für dich bedeutet das: Die Restschuld kann nach 10 Jahren höher sein, als du erwartest. Sieh deshalb früh in deine Unterlagen, wie viel noch offen ist.
Typische Sonderfälle sind:
- Das Darlehen hat eine längere Gesamtlaufzeit als die Zinsbindung
- Es gibt Sondertilgungsmöglichkeiten, die im Programm besonders geregelt sind
- Du hast mehrere Darlehen parallel (KfW und Bank), die zu unterschiedlichen Zeitpunkten auslaufen
Die konkreten Programmbedingungen findest du auf kfw.de oder bei deiner Hausbank.
Kosten und Zinsen bei der Anschlussfinanzierung richtig einordnen
Zinsen ändern sich laufend, und jede Zahl wäre morgen schon veraltet. Konkrete Zinssätze nennen wir deshalb nur mit Datum und Quelle. Was dir stattdessen hilft, ist ein Verständnis dafür, was deinen Zins beeinflusst und wie sich Zinsunterschiede auf deine Rate auswirken.
Was deinen Zins beeinflusst
Drei Faktoren spielen die Hauptrolle. Erstens das allgemeine Marktzinsniveau, auf das du keinen Einfluss hast. Zweitens deine Restschuld. Drittens der Beleihungsauslauf: das Verhältnis deines Darlehens zum Wert deiner Immobilie. Liegt dein Darlehen bei 150.000 € und ist die Immobilie 300.000 € wert, beträgt er 50 %.
Je niedriger der Beleihungsauslauf, desto geringer das Risiko für die Bank und desto besser meist der Zins. Mit jeder Tilgung sinkt dein Beleihungsauslauf, und im Idealfall steigt zusätzlich der Wert deiner Immobilie. Das spielt dir bei der Anschlussfinanzierung in die Hände.
Rechenbeispiel: Was 2 % statt 4 % bei 300.000 € Restschuld ausmachen
Rechenbeispiel: Angenommen, du hast eine Restschuld von 300.000 € und vereinbarst 2 % Anfangstilgung. Zwei Szenarien im Vergleich:
| Sollzins 2 % | Sollzins 4 % | |
|---|---|---|
| Monatliche Rate (Zins plus 2 % Tilgung) | rund 1.000 € | rund 1.500 € |
| Zinsanteil im ersten Jahr | rund 6.000 € | rund 12.000 € |
Tabelle seitlich scrollbar
Der Unterschied beträgt rund 500 € pro Monat oder 6.000 € pro Jahr. Das Beispiel dient der Illustration und ist keine Prognose.
Die tatsächlichen Konditionen hängen von deiner Bonität, dem Beleihungsauslauf und der Zinsbindung ab. Mit dem Baufinanzierungsrechner kannst du Rate und Zinsszenarien selbst durchrechnen.
Tilgung anpassen und Sondertilgung nutzen
Steigt der Zins, lässt sich die höhere Rate auf zwei Wegen abfedern. Du kannst die Tilgung senken und damit die Rate drücken, wobei die Laufzeit länger wird. Oder du erhöhst die Tilgung, wenn dein Budget das hergibt, und bist früher schuldenfrei.
Die Sondertilgung ergänzt das: Du zahlst zusätzlich zur regulären Rate einen Betrag zurück, etwa aus einem Bonus oder einer Erbschaft. Viele Banken erlauben jährlich einen bestimmten Prozentsatz der Darlehenssumme. Wie stark sich Tilgung und Laufzeit verändern, siehst du im Tilgungsrechner, in dem du verschiedene Varianten durchspielen kannst.
Wie sehen die Zinsen für Anschlussfinanzierungen aktuell aus?
Eine feste Zahl nennen wir dir hier bewusst nicht. Bauzinsen hängen vom Kapitalmarkt ab und unterscheiden sich je nach Zinsbindung, Beleihungsauslauf und Bank. Ein Zinssatz von heute kann nächste Woche schon überholt sein. Verlässliche Orientierung bekommst du über tagesaktuelle Zinsvergleiche und über individuelle Angebote. Stand dieses Artikels ist der 6. November 2026.
Mehr als die Restschuld: Aufstockung und Modernisierung mitfinanzieren
Kann ich mehr Geld aufnehmen als die Restschuld? Grundsätzlich ja. Bei der Anschlussfinanzierung kannst du das Darlehen aufstocken, etwa für eine Modernisierung oder eine Reparatur. Ob und in welcher Höhe das geht, hängt vom Wert deiner Immobilie und deiner Bonität ab. Die Bank prüft beides neu.
Besonders interessant ist das für energetische Sanierungen. Dafür gibt es teils Fördermittel von KfW und BAFA, die sich mit einer Anschlussfinanzierung kombinieren lassen. Die Programme und ihre Bedingungen ändern sich, sodass du sie vor dem Abschluss aktuell prüfen solltest.
Wichtig ist, dass dein Gesamtbudget stimmt. Eine höhere Darlehenssumme bedeutet eine höhere Rate. Rechne deshalb vorher durch, ob du sie dauerhaft bequem stemmen kannst.
Checkliste: Diese Unterlagen brauchst du für die Anschlussfinanzierung
Papierkram kann überfordern. Die gute Nachricht: Bei einer Prolongation entfällt vieles, weil deine Bank die Daten schon hat. Bei einem Bankwechsel solltest du diese Unterlagen bereithalten:
- bestehender Darlehensvertrag und aktuelle Restschuldbestätigung
- Einkommensnachweise (etwa die letzten Gehaltsabrechnungen, bei Selbstständigen Steuerbescheid und Einnahmenüberschussrechnung)
- aktueller Grundbuchauszug
- Nachweise zur Immobilie, etwa Energieausweis und Wohnflächenberechnung
- gegebenenfalls Nachweise zu Modernisierungen, die den Wert erhöht haben
Welche Unterlagen die Bank genau verlangt, erfährst du bei der Anfrage. Frag am besten gleich nach, damit du nicht mehrfach nachreichen musst.
Diese Fehler kannst du bei der Anschlussfinanzierung vermeiden
Fehler passieren meistens nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil das Thema lange weit weg wirkt. Diese vier tauchen am häufigsten auf:
- Zu spät kümmern: Wer erst kurz vor Ablauf startet, hat kaum Verhandlungsspielraum. Gegenmittel ist der Fahrplan im Abschnitt zum richtigen Zeitpunkt.
- Nur das Hausbank-Angebot nehmen: Es kann gut sein, ist aber ohne Vergleich nicht einzuordnen. Hol dir mindestens zwei weitere Angebote, wie im Schritt „12 Monate vorher“ beschrieben.
- Tilgung zu niedrig ansetzen: Eine niedrige Rate fühlt sich gut an, verlängert aber die Laufzeit und erhöht die Zinskosten. Teste Varianten im Abschnitt zu Tilgung und Sondertilgung.
- Nebenkosten übersehen: Bei einem Bankwechsel können Kosten für Grundschuld und Notar anfallen. Frag danach, bevor du vergleichst, und rechne sie in den Gesamtvergleich ein.
Wenn es finanziell eng wird: So gehst du mit höheren Raten um
Es ist völlig normal, bei einer deutlich höheren Rate Sorgen zu haben. Immerhin geht es um dein Zuhause und um viel Geld. Wichtig ist, dass du nicht abwartest und hoffst, sondern frühzeitig handelst. In den meisten Fällen gibt es Spielraum.
Diese Schritte helfen:
- Früh mit der Bank sprechen. Banken haben ein Interesse daran, dass du zahlungsfähig bleibst, und sind für Lösungen oft offen.
- Laufzeit und Tilgung anpassen. Eine niedrigere Tilgung senkt die Rate, auch wenn die Laufzeit steigt.
- Beratung nutzen. Eine unabhängige Schuldner- oder Finanzberatung kann dir helfen, dein Budget zu ordnen.
Du bist mit der Situation nicht allein, und je früher du anfängst, desto mehr Möglichkeiten hast du.
Vorsicht bei unseriösen Angeboten
Wer in Sorge ist, ist für schnelle Versprechen empfänglich. Das nutzen unseriöse Anbieter aus. Misstrauisch solltest du werden bei:
- Vorkasse oder Gebühren, bevor eine Leistung erbracht wurde
- Druck, sich sofort zu entscheiden
- Zusagen ohne Prüfung deiner Situation
Seriöse Anbieter lassen dir Zeit für deine Entscheidung. Die BaFin informiert auf ihrer Website über Warnungen zu unerlaubten Anbietern und bietet dir eine gute Orientierung.
Dein nächster Schritt bei der Anschlussfinanzierung
Wer jetzt plant, kann Zinsen vorab sichern, Banken vergleichen und ohne Zeitdruck entscheiden. Ob Prolongation, Umschuldung, Forward-Darlehen, Bausparvertrag oder KfW-Anschluss: Mit ausreichend Vorlauf findest du den Weg, der zu dir passt.
Der erste Schritt ist klein. Notiere dir heute deine Restschuld und das Ende deiner Zinsbindung, mehr braucht es für den Anfang nicht. Ganz ohne Eile.
Letzte Aktualisierung: 6. November 2026
Häufige Fragen
Was ist eine Anschlussfinanzierung?
Eine Anschlussfinanzierung führt die Restschuld deines Baudarlehens weiter, wenn die vereinbarte Zinsbindung endet. Du bekommst neue Konditionen, entweder bei deiner bisherigen Bank oder bei einem anderen Kreditgeber. So bleibt deine Immobilie weiter finanziert, bis das Darlehen vollständig getilgt ist.
Wann solltest du dich um die Anschlussfinanzierung kümmern?
Idealerweise beginnst du drei Jahre vor dem Ende der Zinsbindung mit einer ersten Bestandsaufnahme. Spätestens zwölf Monate vorher solltest du Angebote einholen und vergleichen. Die Unterschrift folgt im Zeitfenster sechs bis drei Monate vor Ablauf.
Was passiert, wenn du bei der Anschlussfinanzierung nichts tust?
Was genau passiert, regelt dein Darlehensvertrag. Oft läuft das Darlehen ohne neue Vereinbarung zu einem variablen Zins weiter, der meist über dem Zins einer neuen Zinsbindung liegt. Einen Anspruch auf ein Anschlussangebot hast du nicht, und je nach Vertrag kann die Restschuld fällig werden.
Kann ich bei der Anschlussfinanzierung mehr Geld aufnehmen als die Restschuld?
Grundsätzlich ja. Bei der Anschlussfinanzierung kannst du das Darlehen aufstocken, etwa für eine Modernisierung oder eine Reparatur. Ob und in welcher Höhe das geht, hängt vom Wert deiner Immobilie und deiner Bonität ab. Die Bank prüft beides neu.
Wie lange dauert es bis zum Vertrag bei der Anschlussfinanzierung?
Bei einer Prolongation bei deiner bisherigen Bank genügen oft einige Wochen. Bei einer Umschuldung zu einer anderen Bank solltest du mehrere Wochen bis wenige Monate einplanen, weil Bonität und Immobilie geprüft und die Grundschuld angepasst werden müssen.
Wann kann ich ein Darlehen nach § 489 BGB kündigen?
Nach zehn Jahren ab vollständigem Empfang des Darlehens kannst du ein Darlehen mit festem Zins mit einer Frist von sechs Monaten kündigen, auch wenn die Zinsbindung länger läuft. Der früheste Ausstieg liegt somit zehneinhalb Jahre nach dem vollständigen Empfang.





