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Notarkosten Tabelle 2026: Gebühren nach GNotKG verstehen und berechnen

Aktualisiert 4. November 202612 Min. Lesezeit
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Notarkosten sind in Deutschland gesetzlich festgelegt – du wirst also nirgendwo einen günstigeren Notar finden. Aber du kannst genau verstehen, was du zahlst und warum. Diese Seite zeigt dir die aktuelle GNotKG-Gebührentabelle 2026, erklärt die Berechnungslogik in einfacher Sprache und liefert konkrete Rechenbeispiele für Hauskauf, Testament und Schenkung.

Stand: November 2026, basierend auf Tabelle B der GNotKG-Anlage 2. Alle Angaben ohne Gewähr: Die tatsächlichen Kosten können je nach Geschäftswert, Vertragsgestaltung und individuellem Aufwand abweichen. Für eine verbindliche Berechnung wende dich an deinen Notar oder nutze unseren Notarkosten-Rechner.

Die GNotKG-Gebührentabelle 2026: Das bekommst du für deinen Kaufpreis

Diese Tabelle ist das Herzstück aller Notarkostenberechnungen in Deutschland. Sie stammt aus Anlage 2 zu § 34 Abs. 3 des Gerichts- und Notarkostengesetzes (GNotKG) und gilt bundesweit einheitlich. Was du hier siehst, ist die sogenannte 1,0-Gebühr – die Basisgebühr für einen bestimmten Geschäftswert. Aus dieser Basisgebühr ergibt sich mit verschiedenen Faktoren deine konkrete Rechnung.

Geschäftswert bis …1,0-Gebühr
500 €15,00 € (Mindestgebühr)
1.000 €19,00 €
1.500 €23,00 €
2.000 €27,00 €
3.000 €33,00 €
4.000 €39,00 €
5.000 €45,00 €
6.000 €51,00 €
7.000 €57,00 €
8.000 €63,00 €
9.000 €69,00 €
10.000 €75,00 €
13.000 €83,00 €
16.000 €91,00 €
19.000 €99,00 €
22.000 €107,00 €
25.000 €115,00 €
30.000 €125,00 €
35.000 €135,00 €
40.000 €145,00 €
45.000 €155,00 €
50.000 €165,00 €
65.000 €192,00 €
80.000 €219,00 €
95.000 €246,00 €
110.000 €273,00 €
125.000 €300,00 €
140.000 €327,00 €
155.000 €354,00 €
170.000 €381,00 €
185.000 €408,00 €
200.000 €435,00 €
230.000 €485,00 €
260.000 €535,00 €
290.000 €585,00 €
320.000 €635,00 €
350.000 €685,00 €
380.000 €735,00 €
410.000 €785,00 €
440.000 €835,00 €
470.000 €885,00 €
500.000 €935,00 €
550.000 €1.015,00 €
600.000 €1.095,00 €
650.000 €1.175,00 €
700.000 €1.255,00 €
750.000 €1.335,00 €
800.000 €1.415,00 €
850.000 €1.495,00 €
900.000 €1.575,00 €
950.000 €1.655,00 €
1.000.000 €1.735,00 €

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Hinweis: Die Gebühren basieren auf Tabelle B der GNotKG-Anlage 2, Stand November 2026. Individuelle Kosten können je nach Geschäftswert und Zusatzleistungen abweichen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Für Geschäftswerte über 1.000.000 € erhöht sich die Gebühr je angefangene 50.000 € um weitere 80,00 € (bis 5 Mio. €).

Mit unserem Notarkosten-Rechner kannst du deine individuelle Gebühr direkt berechnen, ohne die Tabelle manuell auswerten zu müssen.

Was ist der Geschäftswert?

Der Geschäftswert ist der Wert, auf dessen Basis der Notar seine Gebühren berechnet. Beim Immobilienkauf ist das in aller Regel der Kaufpreis. Kaufst du eine Wohnung für 350.000 €, ist 350.000 € dein Geschäftswert – und du schaust in der Tabelle bei der Zeile „350.000 €“ nach, um die 1,0-Gebühr zu finden.

Bei anderen Beurkundungen gilt manchmal ein anderer Wert: Beim Testament richtet sich der Geschäftswert nach dem Nachlasswert, bei einer Schenkung nach dem Wert des geschenkten Gegenstands. Das Grundprinzip bleibt aber immer dasselbe.

Was ist eine 1,0-Gebühr nach GNotKG?

Die Tabelle zeigt immer die 1,0-Gebühr als Basiswert. Je nach Art der notariellen Leistung multipliziert der Notar diese mit einem bestimmten Faktor. So entsteht die konkrete Gebühr für jede einzelne Position auf deiner Rechnung.

BeurkundungsartFaktorGebühr bei 350.000 € Geschäftswert
Kaufvertragsbeurkundung2,01.370,00 €
Grundschuldbestellung1,0685,00 €
Vollzugsgebühr0,5342,50 €
Betreuungsgebühr0,5342,50 €

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Mit diesem Faktoren-System lässt sich jede Position auf einer Notarrechnung nachvollziehen. Wo die 1,0-Gebühr herkommt, weißt du jetzt – schauen wir uns an, wie die gesamte Berechnungslogik funktioniert.

Wie berechnen sich Notarkosten? Die Berechnungslogik einfach erklärt

Notarkosten berechnen sich in drei Schritten: Zuerst bestimmst du den Geschäftswert (meist der Kaufpreis). Dann schlägst du die zugehörige 1,0-Gebühr in der GNotKG-Tabelle nach. Schließlich multiplizierst du diese Basisgebühr mit dem jeweiligen Faktor jeder Beurkundungsart, addierst alle Positionen und schlägst Auslagen sowie 19 % Mehrwertsteuer auf die Gesamtsumme auf. Das Ergebnis ist deine finale Notarrechnung.

Das klingt aufwändiger, als es ist – für den typischen Immobilienkauf gibt es nur eine Handvoll Standardpositionen, die fast immer gleich sind.

Das Kostenverzeichnis: Welche Leistungen der Notar abrechnet

Der Notar rechnet nicht nur die Beurkundung selbst ab. Im Kostenverzeichnis (KV) des GNotKG sind alle notariellen Tätigkeiten mit ihrem jeweiligen Faktor festgelegt. Beim Immobilienkauf sind das typischerweise:

  • Kaufvertragsbeurkundung (KV Nr. 21100): 2,0-Gebühr – die zentrale Leistung, bei der der Notar den Kaufvertrag aufnimmt und beurkundet
  • Grundschuldbestellung (KV Nr. 21200): 1,0-Gebühr – die Eintragung der Bank-Grundschuld als Sicherheit für dein Darlehen
  • Vollzugsgebühr (KV Nr. 22110): 0,5-Gebühr, die pro Beurkundungsverfahren nur einmal anfällt (§ 93 GNotKG) – der Notar übermittelt die erforderlichen Dokumente ans Grundbuchamt und andere Stellen
  • Betreuungsgebühr (KV Nr. 22200): 0,5-Gebühr – Verwaltung des Kaufpreises über ein Notaranderkonto oder sonstige Betreuungsleistungen

Jede dieser Positionen taucht auf deiner Rechnung separat auf. Mit dem Faktoren-System kannst du jede einzelne Zeile nachvollziehen.

Auslagen, Mehrwertsteuer und weitere Kostenpositionen

Zur Gesamtrechnung kommen noch Auslagen hinzu, die der Notar weiterberechnet:

  • Dokumentenpauschale (Kopien, Ausdrucke): meist 15–25 €
  • Postgebühren und Telekommunikation: typischerweise 20–30 €
  • Grundbuchauszüge und Registerabfragen: 10–20 €

Auf die Gesamtsumme aus Gebühren und Auslagen fallen dann 19 % Mehrwertsteuer an. In Relation zum Kaufpreis sind Auslagen und Mehrwertsteuer überschaubar – bei einem Kaufpreis von 350.000 € machen sie zusammen meist rund 550–600 € aus.

Notarkosten beim Hauskauf: Was du als Käufer wirklich zahlst

Der Immobilienkauf ist der häufigste Anlass für einen Notartermin – und für die meisten Menschen der einzige im Leben. Gut, dass du die Kosten vorher kennst. Als Faustregel liegen die Notarkosten beim Hauskauf bei rund 1 % des Kaufpreises, die Grundbuchkosten bei rund 0,5 % – zusammen also bei etwa 1,5 %. Im Rechenbeispiel unten sind es mit rund 1,35 % etwas weniger. Als Teil der Kaufnebenkosten beim Hauskauf sind sie planbar und nicht verhandelbar.

Notarielle Leistungen beim Immobilienkauf und ihre Faktoren

LeistungFaktorErläuterung
Kaufvertragsbeurkundung2,0Notar nimmt den Kaufvertrag auf und beurkundet ihn
Grundschuldbestellung1,0Eintragung der Bankgrundschuld als Darlehenssicherheit
Vollzugsgebühr0,5Einreichung beim Grundbuchamt, Einholen von Genehmigungen und Löschungsunterlagen (fällt nur einmal an)
Betreuungsgebühr0,5Abwicklung des Kaufpreises, Korrespondenz mit Behörden

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Die Vollzugsgebühr fällt pro Beurkundungsverfahren nur einmal an, auch wenn der Notar mehrere Vollzugstätigkeiten übernimmt (§ 93 GNotKG). Die Betreuungsgebühr deckt die gesamte Abwicklung ab, also Kommunikation mit Finanzamt, Bank und Grundbuchamt.

Rechenbeispiel: Notarkosten bei einem Kaufpreis von 350.000 €

Schauen wir uns eine typische Notarrechnung für einen Wohnungskauf zu 350.000 € an. Die 1,0-Gebühr aus der GNotKG-Tabelle beträgt bei diesem Geschäftswert 685,00 €.

PositionFaktorBetrag
Kaufvertragsbeurkundung2,01.370,00 €
Grundschuldbestellung (240.000 € Darlehen, 1,0-Gebühr: 535 €)1,0535,00 €
Vollzugsgebühr0,5342,50 €
Betreuungsgebühr0,5342,50 €
Zwischensumme Notargebühren2.590,00 €
Auslagen (Pauschale)ca. 60,00 €
Netto gesamtca. 2.650,00 €
19 % Mehrwertsteuerca. 503,50 €
Gesamtrechnung Notarca. 3.153,50 €

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Rechenbeispiel zur Orientierung. Die Grundschuldgebühr basiert auf dem Darlehensbetrag, nicht dem Kaufpreis. Tatsächliche Beträge können je nach Vertragsgestaltung und Auslagen leicht abweichen.

Das entspricht etwa 0,9 % des Kaufpreises – ein gut planbarer Betrag, der in deine Finanzierungsrechnung einfließen sollte. Für deinen genauen Kaufpreis berechnest du deine Notarkosten direkt mit unserem Rechner.

Notarkosten beim Hausverkauf: Was Verkäufer zahlen

Als Verkäufer zahlst du in der Regel deutlich weniger als der Käufer. Die Kosten der Kaufvertragsbeurkundung trägt nach Marktpraxis fast immer der Käufer – auch wenn das gesetzlich nicht zwingend vorgeschrieben ist.

Was du als Verkäufer typischerweise selbst bezahlst:

  • Löschung der Grundschuld deiner Bank (sofern noch vorhanden): Die Löschungsbewilligung stellt die Bank aus, der Notar reicht sie beim Grundbuchamt ein. Das Grundbuchamt erhebt dafür eine 0,5-Gebühr aus dem Wert der Grundschuld, bei 200.000 € also 217,50 € (ohne Mehrwertsteuer). Dazu kommen meist kleinere Notargebühren für Beglaubigung und Einreichung.
  • Notarielle Vollmacht (falls du den Termin nicht persönlich wahrnehmen kannst): Für eine beurkundete Vollmacht fällt eine 1,0-Gebühr aus dem halben Kaufpreis an (§ 98 GNotKG), bei 350.000 € also 408 € netto bzw. rund 486 € brutto.

Bist du schuldenfrei oder hat die Bank bereits auf die Grundschuld verzichtet, fallen für dich als Verkäufer oft gar keine Notarkosten an.

Käufer oder Verkäufer: Wer zahlt welche Notarkosten?

Eine der meistgestellten Fragen – hier die klare Übersicht:

KostenpositionTrägt der KäuferTrägt der Verkäufer
Kaufvertragsbeurkundung✓–
Grundschuldbestellung (Käuferdarlehen)✓–
Vollzugsgebühren (Eintragung Käufer)✓–
Betreuungsgebühr✓–
Löschung alte Grundschuld Verkäufer–✓
Notarielle Vollmacht Verkäufer–✓ (wenn nötig)
Auflassungsvormerkung✓–

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Die Auflassungsvormerkung – also der vorläufige Eintrag im Grundbuch, der dich als Käufer absichert und verhindert, dass der Verkäufer die Immobilie nochmals anderweitig verkauft – ist Bestandteil des Kaufvertragsvollzugs und wird üblicherweise dem Käufer zugerechnet.

Gesetzlich ist die Kostenverteilung nicht zwingend geregelt: Im Kaufvertrag kann theoretisch auch etwas anderes vereinbart werden. In der Praxis ist die oben gezeigte Aufteilung aber der bundesweite Standard. Abweichungen sind selten und meist ein Verhandlungsergebnis bei besonders günstigen Kaufpreisen oder Sondersituationen.

Notarkosten und Grundbuchkosten: Das ist der Unterschied

Viele verwechseln Notarkosten und Grundbuchkosten – oder rechnen sie zusammen, ohne zu wissen, dass es sich um zwei getrennte Rechnungen handelt. Der Unterschied ist einfach: Der Notar beurkundet und reicht ein. Das Grundbuchamt (ein staatliches Gericht) trägt ein und erhebt dafür eigene Gebühren direkt an das Gericht.

Beide Gebühren werden nach demselben GNotKG berechnet – aber der Notar und das Grundbuchamt rechnen getrennt ab. Auf deiner Notarrechnung siehst du nur die Notargebühren; die Grundbuchkosten erhältst du separat vom Amtsgericht.

Was kostet die Grundbucheintragung?

Die Grundbucheintragung kostet beim Eigentumsübergang eine 1,0-Gebühr auf den Kaufpreis. Bei einem Kaufpreis von 350.000 € sind das laut GNotKG-Tabelle 685,00 € (netto, ohne Mehrwertsteuer – Grundbuchgebühren werden ohne Mehrwertsteuer erhoben).

Dazu kommt die Eintragung der Grundschuld, die der Käufer zugunsten seiner Bank ins Grundbuch eintragen lässt. Bei einem Darlehensbetrag von 240.000 € beträgt die 1,0-Gebühr 535,00 €. Außerdem wird zu Beginn eine Auflassungsvormerkung eingetragen, die dich bis zur Umschreibung absichert (0,5-Gebühr, hier 342,50 €).

Zusammengefasst für 350.000 € Kaufpreis:

GrundbuchpositionBetrag (netto)
Eigentumsumschreibung685,00 €
Auflassungsvormerkung342,50 €
Eintragung Grundschuld (240.000 €)535,00 €
Gesamt Grundbuchkostenca. 1.562,50 €

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Eine vollständige Übersicht aller Kosten beim Immobilienkauf – inklusive Grunderwerbsteuer und Maklerprovision – findest du in unserem Ratgeber zu den Kaufnebenkosten.

Grunderwerbsteuer: Getrennt vom Notar, trotzdem relevant

Die Grunderwerbsteuer ist eine staatliche Steuer, die nichts mit dem Notar zu tun hat – aber durch den Notarvertrag ausgelöst wird. Je nach Bundesland beträgt sie zwischen 3,5 % (Bayern) und 6,5 % (u. a. Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein). Bei einem Kaufpreis von 350.000 € sind das zwischen 12.250 € und 22.750 €.

Damit ist die Grunderwerbsteuer oft der größte Kostentreiber beim Immobilienkauf. Wie du sie in deiner Finanzplanung berücksichtigst und ob es Sparmöglichkeiten gibt, erklärt unser Artikel zum Grunderwerbsteuer sparen beim Hauskauf.

Können Notarkosten verhandelt oder gespart werden?

Kurze, klare Antwort: Nein. Notare dürfen keine individuellen Rabatte geben oder auf Gebühren verzichten. Das GNotKG schreibt die Gebührensätze verbindlich vor – und das gilt für jeden Notar in Deutschland ohne Ausnahme. Ein Notar, der Rabatte anbietet, verstößt gegen sein Berufsrecht (§ 125 GNotKG).

Das klingt zunächst unbefriedigend, hat aber einen guten Grund: Die gesetzlich fixierten Gebühren schützen dich als Verbraucher vor überhöhten Rechnungen und sichern gleichzeitig die Unabhängigkeit des Notars. Er hat kein finanzielles Interesse am Ergebnis des Kaufvertrags.

Was du trotzdem beeinflussen kannst:

  • Vertrag schlank halten: Ist der Kaufvertrag unkompliziert und sind keine Sonderklauseln, Genehmigungen oder zusätzlichen Vollmachten nötig, bleibt die Rechnung beim Minimum. Das lässt sich aber nicht aktiv „bestellen“ – es ergibt sich aus dem Sachverhalt.
  • Kein Notaranderkonto verwenden, wenn nicht nötig: Die Abwicklung über ein Notaranderkonto kostet eine zusätzliche Verwahrungsgebühr. In den meisten unkomplizierten Kaufverträgen ist es nicht nötig – der Kaufpreis wird direkt vom Käufer an den Verkäufer überwiesen.
  • Vollmachten sorgfältig prüfen: Jede zusätzliche notarielle Vollmacht kostet Geld. Wenn alle Beteiligten persönlich zum Notartermin erscheinen können, entfallen diese Kosten.
  • Notar-Entwurfsgebühr vermeiden: Wenn du den Vertragsentwurf nicht gesondert anfordern lässt, sondern im Rahmen der Beurkundung erhältst, entfällt eine separate Entwurfsgebühr.

Steuerliche Absetzbarkeit: Für selbst genutzte Immobilien sind Notarkosten in der Regel nicht als Werbungskosten absetzbar. Nutzt du die Immobilie hingegen als Kapitalanlage (Vermietung), können die Notarkosten als Anschaffungsnebenkosten über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Im Zweifel lohnt sich eine kurze Frage an deinen Steuerberater.

Was passiert, wenn der Kaufvertrag platzt? Kommt ein Kaufvertrag nicht zustande, weil eine Seite zurücktritt, sind die Notarkosten trotzdem fällig – denn der Notar hat seine Leistung erbracht. In der Regel trägt dann derjenige die Kosten, der den Rücktritt veranlasst hat oder auf dessen Risiko der Vertrag scheiterte. Genaues regelt im Zweifelsfall der Vertrag selbst oder ein Anwalt.

Notarkosten für ein Testament: Das zahlst du beim Notar

Ein notarielles Testament ist keine Pflicht, bietet aber erhebliche Vorteile: Es ersetzt den Erbschein, spart den Erben Zeit und Kosten und ist fälschungssicher. Der Notar verwahrt es beim Nachlassgericht.

Die Gebühr richtet sich nach dem Nachlasswert (= Wert des gesamten Vermögens zum Zeitpunkt der Beurkundung). Der Faktor für die Errichtung eines Einzeltestaments beträgt 1,0-Gebühr.

Rechenbeispiel Testament:

Nachlasswert1,0-GebührBrutto (inkl. 19 % MwSt.)
100.000 €273,00 €ca. 325,00 €
250.000 €535,00 €ca. 637,00 €
500.000 €935,00 €ca. 1.113,00 €
1.000.000 €1.735,00 €ca. 2.065,00 €

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Für ein gemeinschaftliches Testament (Ehepaar) fällt eine 2,0-Gebühr an; Geschäftswert ist das gemeinsame Vermögen beider Partner. Bei einem gemeinsamen Vermögen von 500.000 € sind das 1.870 € netto bzw. rund 2.225 € brutto.

Notarkosten für eine Schenkung: Was bei der Immobilienübertragung anfällt

Immobilienschenkungen innerhalb der Familie – etwa von Eltern auf Kinder – sind notariell beurkundungspflichtig. Die Gebühr berechnet sich nach dem Wert der Schenkung, also in der Regel dem Verkehrswert der Immobilie.

Der Faktor für die Beurkundung eines Schenkungsvertrags beträgt ebenfalls 2,0-Gebühr – wie beim Kaufvertrag. Dazu kommt die Grundbuchumschreibung (1,0-Gebühr beim Grundbuchamt) und ggf. eine Vollzugsgebühr.

Rechenbeispiel Schenkung Immobilie:

Eltern schenken ihrer Tochter eine Wohnung mit einem Verkehrswert von 300.000 €. Die 1,0-Gebühr laut Tabelle beträgt 635,00 €.

PositionFaktorBetrag
Schenkungsvertrag Beurkundung2,01.270,00 €
Vollzugsgebühr0,5317,50 €
Zwischensumme1.587,50 €
Auslagenca. 50,00 €
19 % Mehrwertsteuerca. 311,00 €
Gesamt Notarkostenca. 1.950,00 €

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Dazu kommen die Grundbuchgebühren des Amtsgerichts (1,0-Gebühr = 635,00 €). Gesamtkosten: rund 2.585,00 €.

Wichtig: Eine Schenkung löst möglicherweise auch Schenkungsteuer aus – je nach Verwandtschaftsgrad und Freibetrag. Das hat aber nichts mit dem Notar zu tun und sollte separat mit einem Steuerberater besprochen werden.

Fazit: Notarkosten beim Immobilienkauf sicher kalkulieren

Notarkosten lassen sich dank der gesetzlich geregelten GNotKG-Gebührentabelle gut im Voraus planen. Bei einem Kaufpreis von 350.000 € zahlst du als Käufer typischerweise rund 3.150 € an den Notar und rund 1.560 € ans Grundbuchamt – zusammen also etwa 4.700 €, das sind rund 1,35 % des Kaufpreises.

Hinzu kommt die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland erheblich variiert und oft den größten Teil der Kaufnebenkosten ausmacht. Alle Kostenpositionen zusammen solltest du beim Berechnen deiner Kaufnebenkosten berücksichtigen.

Für deinen konkreten Kaufpreis oder andere Beurkundungsanlässe nutze am besten direkt unseren Notarkosten-Rechner – dort gibst du deinen Geschäftswert ein und bekommst eine strukturierte Kostenübersicht.

Stand: November 2026. Die Gebühren für Notare und Grundbuchämter (Tabelle B) sind auch nach der Kostenrechtsreform zum 1. Juni 2025 (KostBRÄG 2025) unverändert. Rechtliche und steuerliche Fragen zu deiner individuellen Situation solltest du mit einem Notar oder Steuerberater klären.

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Notarkosten-Tabelle?

Die Notarkosten-Tabelle basiert auf dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Je nach Geschäftswert und Gebührenart wird ein bestimmter Tabellenwert angesetzt, aus dem sich die konkrete Notargebühr berechnet.

Welche Tabelle gilt für Notarkosten?

Für Notarkosten in Deutschland gilt die Gebührentabelle nach dem GNotKG. Sie legt fest, wie hoch die Kosten je nach Geschäftswert und Art der Leistung ausfallen.

Wie hoch sind Notarkosten beim Hauskauf?

Als Faustregel liegen die reinen Notarkosten beim Hauskauf bei rund 1 Prozent des Kaufpreises. Dazu kommen die Grundbuchkosten mit rund 0,5 Prozent, sodass Notar und Grundbuch zusammen meist bei etwa 1,5 Prozent liegen.

Kann man Notarkosten verhandeln?

Nein, Notarkosten sind in Deutschland gesetzlich festgelegt und nicht frei verhandelbar. Der Notar muss die Gebühren nach dem GNotKG abrechnen.

Gilt die Notarkosten-Tabelle auch für Schenkung und Testament?

Ja, die GNotKG-Tabelle gilt grundsätzlich auch für andere notarielle Vorgänge wie Schenkungen, Testamente oder Grundschuldbestellungen. Entscheidend ist der jeweilige Geschäftswert und die konkrete Gebührenart.

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