
Wie viel Eigenkapital braucht man für eine Immobilie? Mit konkreten Zahlen und Rechenbeispielen
Du hast 50.000 € gespart und fragst dich, ob das für ein Haus mit 350.000 € reicht — eine Frage, die gerade viele Menschen beschäftigt. Die ehrliche Antwort: Es kommt nicht nur auf den gesparten Betrag an, sondern auf das Verhältnis zum Kaufpreis, die Kaufnebenkosten und dein Einkommen. Dieser Artikel rechnet dir durch, wie viel Eigenkapital du für ein Haus oder eine Wohnung brauchst — konkret für 300.000 €, 400.000 € und 500.000 €, inklusive monatlicher Raten und einem Einkommenscheck.
Kurz zusammengefasst:
- Als Faustregel gilt: mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital, plus die vollen Kaufnebenkosten
- Bei 300.000 € Kaufpreis brauchst du realistisch 90.000–105.000 € Eigenkapital
- Monatliche Raten hängen stark von Zinssatz und Tilgung ab — bei 240.000 € Kredit rund 1.100 €
- Mit 3.500 € netto ist ein Kredit von ca. 250.000–300.000 € realistisch finanzierbar
- Hauskauf ohne Eigenkapital ist möglich, aber teurer und riskanter
Inhaltsverzeichnis
Was ist Eigenkapital beim Hauskauf — und was zählt dazu?
Eigenkapital ist das Geld oder die Vermögenswerte, die du selbst in eine Immobilienfinanzierung einbringst — ohne Bankkredit. Je mehr du mitbringst, desto weniger musst du leihen, desto besser sind deine Konditionen und desto sicherer ist deine Finanzierung insgesamt.
Was zählt als Eigenkapital beim Hauskauf?
- Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- oder Festgeldkonten
- Bausparvertrag (angespartes Guthaben, das bereits verfügbar ist)
- Wertpapiere, Aktien und ETF-Depots (zum aktuellen Marktwert)
- Schuldenfrei geerbtes oder geschenktes Geld
- Schuldenfreies Grundstück (wenn du darauf baust)
- Eigenleistungen beim Bau — die sogenannte Muskelhypothek (dazu später mehr)
- Rückkaufwert einer kapitalbildenden Lebensversicherung
Was zählt nicht als Eigenkapital?
Nicht verfügbare Vermögenswerte bleiben außen vor. Dazu zählen gebundene Rentenversicherungen wie Riester oder Rürup, die noch nicht ausgezahlt werden können, sowie Kapital, das noch in laufenden Verpflichtungen steckt. Viele Banken zählen auch Wertpapiere nur eingeschränkt an, weil deren Wert schwankt.
Wie viel Eigenkapital braucht man? Die 20-%-Regel erklärt
Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises sollten Käufer als Eigenkapital mitbringen — plus die vollen Kaufnebenkosten (ca. 10–15 % je nach Bundesland). Bei einem Kaufpreis von 300.000 € bedeutet das: rund 60.000 € Eigenkapital und etwa 30.000–45.000 € für Nebenkosten, also insgesamt 90.000–105.000 €.
Warum gerade 20 %? Das hat mit dem Beleihungsauslauf zu tun — also dem Verhältnis von Kreditbetrag zum Immobilienwert. Bringst du 20 % selbst mit, finanziert die Bank nur 80 % des Kaufpreises. Das senkt das Risiko für die Bank spürbar, und das gibt sie in Form besserer Zinsen an dich weiter. Der Unterschied zwischen 80 % und 90 % Beleihungsauslauf kann leicht 0,3–0,5 Prozentpunkte beim Zinssatz bedeuten — über eine Laufzeit von 20 Jahren macht das viele tausend Euro aus.
Die 20-%-Regel ist eine Empfehlung, keine unverrückbare Grenze. In der Praxis schauen Banken auf das Gesamtbild: Einkommen, Jobsicherheit, Immobilienwert und dein Finanzpolster danach.
Warum die Kaufnebenkosten separat gedeckt sein sollten
Die Kaufnebenkosten fallen zusätzlich zum Kaufpreis an — und du solltest sie idealerweise aus eigener Tasche zahlen, nicht über den Kredit mitfinanzieren. Der Grund: Nebenkosten erhöhen den Kreditbetrag, ohne den Wert der Immobilie zu steigern. Die Bank finanziert dann 80 % des Kaufpreises plus Nebenkosten — was den Beleihungsauslauf nach oben treibt.
Die drei wesentlichen Nebenkosten-Posten sind:
- Grunderwerbsteuer: 3,5 % (Bayern, Sachsen) bis 6,5 % (Brandenburg, NRW, Schleswig-Holstein) des Kaufpreises, je nach Bundesland
- Notarkosten und Grundbuchgebühren: ca. 1,5–2 % des Kaufpreises
- Maklerprovision: Falls ein Makler beteiligt ist, typischerweise bis zu 3,57 % — seit 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision
Insgesamt kommen so schnell 10–15 % des Kaufpreises zusammen. Wie hoch die Nebenkosten in deinem Bundesland genau ausfallen, kannst du mit dem Kaufnebenkostenrechner nachrechnen. Mehr dazu findest du auch im Überblicksartikel zu Nebenkosten beim Hauskauf.
Wann fällt die 20-%-Eigenkapital-Anforderung?
Banken können in Ausnahmefällen auch mit weniger als 20 % Eigenkapital finanzieren — zum Beispiel bei sehr hohem und sicherem Einkommen (Beamte, gut verdienende Angestellte mit langem Arbeitsvertrag), bei besonders wertstabilen Immobilien in begehrten Lagen oder wenn du zusätzliche Sicherheiten einbringen kannst, etwa eine schuldenfreie Immobilie.
Das ist aber die Ausnahme, nicht die Regel. Weniger Eigenkapital bedeutet fast immer: höhere Zinsen, strengere Bonitätsprüfung und ein höheres persönliches Risiko. Wer wenig Eigenkapital hat, sollte das Gespräch mit einem unabhängigen Finanzberater suchen — nicht vorher aufgeben. Oft gibt es Wege, die man allein nicht sieht.
Wie viel Eigenkapital brauchst du bei 300.000 €?
Bei einem Kaufpreis von 300.000 € brauchst du mindestens 60.000 € Eigenkapital (20 %) plus 30.000–45.000 € für die Kaufnebenkosten — macht einen Gesamtbedarf von 90.000–105.000 €. Ob die Nebenkosten eher am unteren oder oberen Ende liegen, hängt von Bundesland und Makler ab.
Beispielrechnung — Kaufpreis 300.000 €:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Eigenkapital (20 %) | 60.000 € |
| Grunderwerbsteuer (z.B. 5 %) | 15.000 € |
| Notar & Grundbuch (ca. 2 %) | 6.000 € |
| Maklerprovision (ca. 3,57 %) | 10.710 € |
| Gesamtbedarf | 91.710 € |
Das sind die Zahlen für ein mittleres Bundesland mit Makler. In Bayern ohne Makler kommst du deutlich günstiger weg, in NRW mit Makler eher ans obere Ende.
Wie hoch ist die monatliche Rate bei 300.000 € Kredit?
Bei einem Kreditbetrag von 240.000 € (also 300.000 € Kaufpreis minus 60.000 € Eigenkapital) und einem Annuitätendarlehen — dem klassischen Kredit mit gleichbleibender Monatsrate — sieht eine Beispielrechnung so aus:
Rechenbeispiel (Stand: April 2026 — Konditionen als Beispielannahmen):
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Kreditbetrag | 240.000 € |
| Sollzins p.a. | 3,5 % |
| Anfängliche Tilgung | 2,0 % |
| Monatliche Rate | ca. 1.100 € |
Die tatsächlichen Konditionen hängen von deiner Bonität, dem Beleihungsauslauf und der gewählten Zinsbindung ab. Deine persönliche Rate hängt von Zinssatz und Laufzeit ab — berechne sie direkt mit dem Baufinanzierungsrechner.
Wie viel Eigenkapital brauchst du bei 400.000 €?
Bei einem Kaufpreis von 400.000 € brauchst du mindestens 80.000 € Eigenkapital (20 %) plus 40.000–60.000 € für die Kaufnebenkosten — der Gesamtbedarf liegt also bei rund 120.000–140.000 €.
Überblick — Kaufpreis 400.000 €:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Eigenkapital (20 %) | 80.000 € |
| Kaufnebenkosten (10–15 %) | 40.000–60.000 € |
| Gesamtbedarf | 120.000–140.000 € |
Die Logik ist dieselbe wie bei 300.000 €: Je höher der Kaufpreis, desto mehr Eigenkapital und desto mehr Nebenkosten. Wer mit einem Budgetrechner arbeiten möchte, findet bei Justhome eine schnelle Möglichkeit, den eigenen Finanzierungsrahmen abzustecken.
Wie viel Eigenkapital brauchst du für einen 500.000-€-Kredit?
Hier lohnt eine kurze Unterscheidung: Meinst du einen Kaufpreis von 500.000 € oder einen Kreditbetrag von 500.000 €? Der Unterschied ist relevant — beide Szenarien rechnen wir durch.
Szenario A — Kaufpreis 500.000 €:
Du bringst 20 % selbst mit, also 100.000 €. Dazu kommen Kaufnebenkosten von 50.000–75.000 €. Gesamtbedarf: 150.000–175.000 €. Der Kreditbetrag beträgt dann 400.000 €.
Szenario B — Kreditbetrag 500.000 €:
Du möchtest 500.000 € von der Bank leihen. Das entspricht 80 % eines Kaufpreises von 625.000 €. Eigenkapital: 125.000 € plus Nebenkosten von ca. 62.500–93.750 €. Gesamtbedarf: rund 187.500–218.750 €.
| Szenario | Kaufpreis | Eigenkapital (20 %) | Nebenkosten | Gesamtbedarf |
|---|---|---|---|---|
| Kaufpreis 500.000 € | 500.000 € | 100.000 € | 50.000–75.000 € | 150.000–175.000 € |
| Kreditbetrag 500.000 € | 625.000 € | 125.000 € | 62.500–93.750 € | 187.500–218.750 € |
Wie hoch ist die monatliche Rate bei 500.000 € Kredit?
Bei einem Kreditbetrag von 500.000 € liegt die monatliche Rate deutlich höher als bei kleineren Finanzierungen — plane sorgfältig, ob dein Einkommen das dauerhaft trägt.
Rechenbeispiel (Stand: April 2026 — Konditionen als Beispielannahmen):
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Kreditbetrag | 500.000 € |
| Sollzins p.a. | 3,5 % |
| Anfängliche Tilgung | 2,0 % |
| Monatliche Rate | ca. 2.290 € |
Zur Orientierung: Erhöhst du die Tilgung von 2 % auf 3 %, steigt die Rate auf ca. 2.708 € — aber du bist deutlich schneller schuldenfrei. Senkst du den Zinssatz um 0,5 Prozentpunkte, sparst du rund 208 € monatlich. Die genauen Zahlen variieren je nach Konditionen und Laufzeit.
Die tatsächlichen Konditionen hängen von deiner Bonität und dem Anbieter ab.
Kann man mit 3.500 € netto ein Haus finanzieren?
Ja, das ist grundsätzlich möglich — aber die finanzierbare Summe ist begrenzt. Banken erwarten in der Regel, dass die monatliche Kreditrate nicht mehr als 35–40 % des Nettoeinkommens ausmacht. Bei 3.500 € netto bedeutet das: maximal 1.225–1.400 € monatliche Rate.
Was ist bei dieser Rate realistisch finanzierbar?
Bei einer Monatsrate von 1.300 € und einer Beispielrechnung mit 3,5 % Zinssatz und 2 % Tilgung lässt sich ein Kreditbetrag von rund 280.000 € bedienen. Je nach Eigenkapital und Kaufnebenkosten ergibt sich daraus ein Kaufpreis von etwa 330.000–350.000 € — wenn du 20 % Eigenkapital mitbringst.
Regionale Unterschiede spielen eine große Rolle: In vielen mittelgroßen Städten und ländlichen Regionen findest du in dieser Preisspanne solide Immobilien. In München oder Hamburg wird es deutlich schwieriger. Mit dem Budgetrechner siehst du schnell, welcher Kaufpreis zu deinem Einkommen passt.
Ein weiterer Hebel: Mehr Eigenkapital senkt den Kreditbetrag und damit die Monatsrate — oder ermöglicht einen höheren Kaufpreis bei gleicher Rate.
Was ist im Alter besser — Miete oder Eigentum?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht — beide Modelle haben echte Vorteile und reale Risiken. Die richtige Wahl hängt von Kaufpreis, Eigenkapital, Region, Lebenssituation und persönlicher Präferenz ab.
Argumente für Eigentum im Alter:
- Mietfreies Wohnen nach Rückzahlung des Kredits senkt die monatlichen Fixkosten deutlich
- Schutz vor steigenden Mieten und Eigenbedarfskündigungen
- Immobilie kann vererbt oder bei Bedarf verkauft werden
- Psychologische Sicherheit: Das eigene Zuhause gehört dir
Argumente für Miete im Alter:
- Flexibilität bei Pflege- oder Umzugsbedarf (barrierearme Wohnung, Nähe zu Angehörigen)
- Kein Instandhaltungsrisiko — Reparaturen und Renovierungen zahlt der Vermieter
- Gebundenes Kapital aus der Immobilie könnte anderweitig renditestärker eingesetzt sein
- Keine hohe Verschuldung nötig, wenn das Eigenkapital nicht ausreicht
Das Thema Immobilien als Altersvorsorge ist komplex und individuell. Was wir sagen können: Wer früh kauft, gut finanziert und die Immobilie bis zur Rente abbezahlt hat, fährt im Durchschnitt gut. Wer spät kauft, wenig Eigenkapital hat und teuer finanzieren muss, sollte die Rechnung sehr genau machen.
Hauskauf ohne Eigenkapital — geht das?
Ja, technisch ist das möglich — es gibt zwei Varianten:
- 100-%-Finanzierung: Die Bank finanziert den gesamten Kaufpreis, du trägst die Nebenkosten selbst aus eigener Tasche
- 110-%-Finanzierung: Die Bank finanziert Kaufpreis und Nebenkosten — du bringst buchstäblich nichts mit
Beide Varianten sind möglich, aber selten und teuer. Banken verlangen bei niedrigem Eigenkapital spürbar höhere Zinsen — der Zinsaufschlag kann 0,5–1,5 Prozentpunkte betragen, was über die Laufzeit zehntausende Euro ausmacht. Außerdem prüfen Banken Bonität und Einkommen deutlich strenger.
Risiken der Vollfinanzierung
Die Vollfinanzierung ist kein Teufelszeug, aber sie lässt wenig Spielraum für Fehler:
- Kein finanzieller Puffer: Wenn Zinsen steigen, das Einkommen sinkt oder Reparaturen anfallen, fehlt das Polster
- Höherer Beleihungsauslauf: Bei 100 % Finanzierung ist die Immobilie gleichzeitig die einzige Sicherheit — sinkt ihr Wert, kann die Bank Nachbesicherung fordern
- Längere Laufzeit oder höhere Rate: Du zahlst mehr zurück als bei einer Teilfinanzierung mit Eigenkapital
- Geringere Chancen auf Genehmigung: Viele Banken lehnen Vollfinanzierungen grundsätzlich ab oder bewilligen sie nur an Topverdiener
Für Menschen mit sehr sicherem, hohem Einkommen und stabiler Lebenssituation kann eine Vollfinanzierung trotzdem sinnvoll sein — besonders wenn das Eigenkapital gerade erst angespart wird. Das Gespräch mit einem Baufinanzierungsberater ist in diesem Fall besonders wichtig.
Eigenleistung als Eigenkapital anrechnen
Wer selbst baut oder umfangreich saniert, kann Eigenleistungen einbringen — das nennt sich Muskelhypothek, also Eigenleistung beim Bau, die die Bank als Eigenkapitalersatz anerkennt. Banken akzeptieren in der Regel bis zu 10–15 % des Bau- oder Kaufpreises als Eigenleistung.
Wichtig: Du musst die Arbeiten glaubhaft belegen können — durch Handwerker-Qualifikationen, geplante Stunden und Materiallisten. Nicht jede Arbeit wird anerkannt. Und Eigenleistung bedeutet Zeit, Stress und Risiko: Verzögerungen und Fehler gehen zu deinen Lasten.
Eigenkapital ansparen: So gehst du es an
Wenn du noch nicht genug Eigenkapital beisammen hast, ist das kein Grund zur Entmutigung — sondern ein Anlass zum Planen. Drei Instrumente eignen sich besonders gut:
ETF-Sparplan: Breit gestreute Aktien-ETFs haben historisch langfristig solide Renditen geliefert. Mit einem monatlichen Sparplan baust du über 5–10 Jahre systematisch Vermögen auf. Beachte: Der Marktwert schwankt, und kurz vor dem Kauf kann ein ungünstiger Zeitpunkt teuer werden. ETFs eignen sich für einen Zeithorizont von mindestens 5–7 Jahren.
Bausparvertrag: Ein Bausparvertrag kombiniert Ansparphase mit einem gesicherten Darlehenszins. Das Guthaben gilt als Eigenkapital, und das nachfolgende Bauspardarlehen hat einen festen Zinssatz — Planungssicherheit auch bei steigenden Marktzinsen. Sinnvoll, wenn du in 5–10 Jahren kaufen möchtest.
KfW-Förderung: Die KfW Bank bietet zinsgünstige Förderkredite für Erstkäufer und energieeffiziente Immobilien. KfW-Mittel ersetzen zwar kein Eigenkapital im klassischen Sinne, können aber die Fremdkapitalquote senken und Zinskosten reduzieren. Informiere dich über das aktuelle Programm, da Konditionen und Bedingungen sich regelmäßig ändern.
Häufige Fragen
Was ist der Verkehrswert einer Immobilie?
Der Verkehrswert — auch Marktwert genannt — ist der realistische Marktwert einer Immobilie zum Bewertungszeitpunkt. Er gibt an, welchen Preis die Immobilie bei einem normalen Verkauf am freien Markt voraussichtlich erzielen würde. Banken nutzen den Verkehrswert als Grundlage für die Kreditvergabe.
Was bedeutet Verkehrswert bei einer Immobilie konkret?
Der Verkehrswert bestimmt, wie viel die Bank als Beleihungswert ansetzt — also die Basis, auf der sie 80 % als Kredit vergibt. Kaufst du eine Immobilie über Verkehrswert, finanziert die Bank trotzdem nur 80 % des Verkehrswerts, nicht des Kaufpreises. Die Lücke musst du mit Eigenkapital füllen.
Wie wird der Verkehrswert einer Immobilie berechnet?
Es gibt drei gängige Verfahren: das Vergleichswertverfahren (Vergleich mit ähnlichen Immobilien), das Ertragswertverfahren (für Mietobjekte, basierend auf Mieteinnahmen) und das Sachwertverfahren (Substanzwert des Gebäudes plus Grundstückswert). Für Wohnimmobilien wird oft das Vergleichswertverfahren bevorzugt. Ein offizielles Gutachten erstellt ein zertifizierter Sachverständiger.
Was zählt alles als Eigenkapital?
Zum Eigenkapital zählen: Bankguthaben (Girokonto, Tagesgeld, Festgeld), Wertpapiere und ETF-Depots, Bausparvertrag-Guthaben, Erlöse aus dem Verkauf anderer Immobilien oder Vermögenswerte, schuldenfreie Grundstücke sowie Eigenleistungen beim Bau (Muskelhypothek). Nicht verfügbare Kapitalanlagen wie gebundene Rentenversicherungen zählen in der Regel nicht.
Ist eine 100-%-Finanzierung ohne Eigenkapital möglich?
Ja, aber selten und teuer. Banken vergeben Vollfinanzierungen nur an Käufer mit sehr guter Bonität und sicherem, hohem Einkommen. Der Zinssatz liegt deutlich über dem Niveau bei 20 % Eigenkapital. Für die meisten Käufer ist es sinnvoller, erst mehr Eigenkapital anzusparen.
Wie viel Eigenkapital sollte man nach dem Kauf noch als Reserve behalten?
Experten empfehlen, nach dem Kauf noch mindestens 2–3 Monatsnetten als liquide Reserve zu behalten — besser mehr. Als Faustregel gilt: Plane 1–2 % des Immobilienwerts jährlich für Instandhaltung ein. Wer sein komplettes Erspartes in den Kauf steckt, hat keinen Puffer für unerwartete Reparaturen oder einkommenslose Phasen.
Fazit
Wie viel Eigenkapital du für eine Immobilie brauchst, lässt sich klar beantworten: mindestens 20 % des Kaufpreises plus die vollen Kaufnebenkosten. Bei 300.000 € sind das realistisch 90.000–105.000 €, bei 400.000 € rund 120.000–140.000 € und bei 500.000 € bis zu 175.000 €. Die monatliche Rate liegt bei 240.000 € Kredit um 1.100 € — bei 500.000 € Kredit bei knapp 2.300 €. Wer mit 3.500 € netto finanzieren möchte, kann realistisch rund 280.000 € Kredit bedienen.
Der nächste konkrete Schritt: Berechne deine individuelle Monatsrate und deinen maximalen Kaufpreis. Auf Justhome findest du dafür den Baufinanzierungsrechner — in wenigen Minuten siehst du, was für dich realistisch ist.
Stand: April 2026. Zinssätze und Konditionen ändern sich laufend — alle Rechenbeispiele sind Orientierungswerte auf Basis von Beispielannahmen.
Quellen
- Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG): Steuersätze nach Bundesland — bundesfinanzministerium.de
- Bundesnotarkammer: Notarkostenrechner und Gebührenordnung — notar.de
- KfW Bankengruppe: Förderprogramme für Wohneigentum — kfw.de
- Bundesgesetzblatt: Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser (2020)
Lass deine Finanzierung prüfen
Wir schauen gemeinsam, wie viel Eigenkapital du wirklich brauchst und welche Finanzierung zu deiner Situation passt.







