
Haus renovieren: Was kostet das wirklich – und was ist mit deinem Budget möglich?

Dr. Marc Rustige
Dr. Marc Rustige ist Co-Founder von Justhome. Seit über 10 Jahren beschäftigt er sich mit der Immobilienkauf und -verkauf im digitalen Zeitalter. Als promovierter Betriebswirt ist dabei insbesondere die Immobilienfinanzierung sein Interessengebiet.
2. Juni 2026Aktualisiert vor etwa 1 StundeLesezeit: 13 Min.
Eine Zahl, die viele Hauseigentümer unterschätzen: Experten empfehlen, jährlich 1–2 % des Immobilienwerts für Instandhaltung zurückzulegen. Bei einem Haus im Wert von 400.000 € wären das 4.000–8.000 € – pro Jahr. Wer das über Jahre vernachlässigt, steht irgendwann vor einer Rechnung, die schnell sechsstellig wird. Dieser Leitfaden zeigt dir, was das Renovieren eines Hauses wirklich kostet, welche Maßnahmen was kosten, was mit einem Budget von 100.000 € oder 150.000 € realistisch möglich ist – und wie du dein Projekt Schritt für Schritt planst.
Inhaltsverzeichnis
Renovieren, Sanieren, Modernisieren – was ist eigentlich der Unterschied?
Viele Menschen verwenden diese drei Begriffe synonym – und wundern sich dann, warum sie keine Förderung bekommen oder die steuerliche Absetzbarkeit nicht klappt. Dabei macht die genaue Zuordnung einen erheblichen Unterschied: bei den entstehenden Kosten, bei der Förderfähigkeit und bei der steuerlichen Behandlung.
| Begriff | Definition | Typische Beispiele | Förderbar? |
|---|---|---|---|
| Renovierung | Optische Aufwertung ohne Substanzverbesserung | Streichen, Tapezieren, Bodenbelag erneuern | In der Regel nein |
| Sanierung | Beseitigung von Schäden, Wiederherstellung der Bausubstanz | Dachstuhl reparieren, Schimmel beseitigen, Asbest entfernen | Teils, je nach Maßnahme |
| Modernisierung | Verbesserung über den ursprünglichen Zustand hinaus | Heizungstausch, Wärmedämmung, Smart-Home | Oft ja (KfW, BAFA) |
Merksatz: Renovieren verschönert, Sanieren repariert, Modernisieren verbessert.
Renovierung – wenn es „nur" Schönheit ist
Renovierungen sind rein optischer Natur: ein frischer Anstrich, neue Tapeten, ein anderer Bodenbelag. Sie verbessern zwar das Wohngefühl, verändern aber die Bausubstanz nicht. Deshalb sind klassische Renovierungsmaßnahmen in der Regel nicht KfW-förderfähig. Steuerlich können sie unter bestimmten Voraussetzungen als Handwerkerkosten abgesetzt werden – mehr dazu im Abschnitt zur steuerlichen Absetzbarkeit weiter unten.
Sanierung – wenn die Substanz es verlangt
Sanierungen beheben Schäden oder stellen die Bausubstanz wieder her. Das kann ein gerissener Dachstuhl sein, Schimmelbefall im Keller oder die Notwendigkeit, alte Wasserleitungen zu ersetzen. Bestimmte Sanierungsmaßnahmen sind sogar gesetzlich vorgeschrieben – etwa durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das Eigentümer unter bestimmten Bedingungen zur Nachrüstung verpflichtet.
Besonders wichtig bei Altbauten: Schadstoffe wie Asbest und KMF (künstliche Mineralfasern) dürfen nicht einfach entsorgt werden. Mehr dazu im Abschnitt zu alten Häusern weiter unten.
Modernisierung – wenn du den Wert steigerst
Modernisierungen heben dein Haus auf ein Niveau, das über den ursprünglichen Zustand hinausgeht: eine neue Heizungsanlage, eine Außendämmung, eine neue Lüftungsanlage oder ein Smart-Home-System. Diese Maßnahmen steigern nachweislich den Immobilienwert – und sind oft der einzige Weg, staatliche Förderungen zu erhalten.
Ein wichtiger Unterfall ist die energetische Sanierung: Maßnahmen, die gezielt die Energieeffizienz verbessern – weniger Heizenergie, bessere Dämmung, effizientere Anlagentechnik. Wenn du tiefer einsteigen möchtest: Unser Ratgeber zur energetischen Sanierung erklärt die wichtigsten Maßnahmen und Förderoptionen ausführlich.
Wenn du gleichzeitig überlegst, ob sich der Kauf einer renovierungsbedürftigen Immobilie lohnt, hilft dir unser Artikel zum Gutachter beim Hauskauf weiter.
Renovierungskosten Tabelle: Was kostet welche Maßnahme?
Hier bekommst du die konkreten Zahlen, nach denen du gesucht hast. Die Bandbreiten sind Richtwerte – sie variieren je nach Region, Ausführungsqualität, Handwerkermangel vor Ort und dem Zustand der Substanz. Alle Angaben gelten als Orientierung (Stand: Mai 2026).
Regionale Preisunterschiede: In Ballungsräumen wie München, Hamburg oder Frankfurt liegen die Handwerkerkosten erfahrungsgemäß 20–40 % über dem bundesweiten Durchschnitt. In ländlichen Regionen Ostdeutschlands oder des Saarlands kann es entsprechend günstiger sein. Die Bandbreiten in den Tabellen spiegeln diese Streuung mit.
Kosten für Renovierungsmaßnahmen (Schönheitsrenovierung)
| Maßnahme | Kostenbandbreite | Richtwert pro m² | Eigenleistung möglich? |
|---|---|---|---|
| Wände streichen (Innen) | 500 – 3.000 € | 5 – 15 €/m² | Ja |
| Tapezieren | 800 – 4.000 € | 8 – 20 €/m² | Bedingt |
| Laminat / Vinyl verlegen | 1.000 – 5.000 € | 15 – 40 €/m² | Ja |
| Parkett verlegen | 2.000 – 8.000 € | 40 – 100 €/m² | Bedingt |
| Fliesen (Bad / Küche) | 2.000 – 8.000 € | 50 – 120 €/m² | Bedingt |
| Innentüren erneuern | 300 – 1.200 € pro Tür | – | Bedingt |
| Decke streichen / verkleiden | 300 – 2.000 € | 5 – 20 €/m² | Ja |
Kosten für Sanierung und Modernisierung
| Maßnahme | Kostenbandbreite | Richtwert | Eigenleistung möglich? |
|---|---|---|---|
| Dach neu eindecken | 8.000 – 30.000 € | 50 – 150 €/m² Dachfläche | Nein |
| Dachdämmung | 5.000 – 20.000 € | 30 – 80 €/m² | Nein |
| Fassadendämmung (WDVS) | 10.000 – 40.000 € | 80 – 200 €/m² Fassade | Nein |
| Fenster tauschen | 500 – 1.500 € pro Fenster | – | Nein |
| Haustür erneuern | 2.000 – 6.000 € | – | Nein |
| Heizung (Gas/Wärmepumpe) | 8.000 – 25.000 € | – | Nein |
| Elektrik erneuern | 5.000 – 20.000 € | 30 – 80 €/m² Wohnfläche | Nein |
| Wasserleitungen erneuern | 3.000 – 15.000 € | – | Nein |
| Keller abdichten / trocken | 3.000 – 15.000 € | – | Bedingt |
| Asbest entsorgen (lassen) | 2.000 – 15.000 € | je nach Umfang | Nein (Pflicht: Fachbetrieb) |
Warum schwanken manche Bandbreiten so stark? Nehmen wir die Elektrikerneuerung mit 5.000–20.000 €: Am unteren Ende liegst du bei einem Haus mit moderner Verkabelung, bei dem nur einzelne Stromkreise ergänzt oder der Verteilerkasten erneuert wird. Am oberen Ende bist du, wenn ein Altbau noch Aluminiumleitungen, keinen Schutzleiter und keine ausreichende Absicherung hat – dann muss die gesamte Hausinstallation neu gezogen werden. Ähnliches gilt für die Kellerabdichtung: Eine einfache Außenabdichtung an einer Seite kostet wenig, eine vollständige Drainage mit Innenabdichtung bei massivem Feuchtigkeitseintritt kostet ein Vielfaches.
Alle Werte sind Richtwerte für Deutschland; je nach Bundesland, Handwerksregion und Ausführungsstandard können die Kosten erheblich abweichen.
Kosten für einzelne Räume im Überblick
Wenn du fragst, was eine Renovierung kostet, meinst du oft einen konkreten Raum. Hier die raumweise Aufschlüsselung:
| Raum | Niedrig (Basis) | Mittel | Gehoben |
|---|---|---|---|
| Bad (komplett) | 5.000 – 10.000 € | 10.000 – 20.000 € | 20.000 – 40.000 € |
| Küche (komplett) | 5.000 – 10.000 € | 10.000 – 20.000 € | 20.000 – 50.000 € |
| Wohnzimmer | 1.000 – 3.000 € | 3.000 – 7.000 € | 7.000 – 15.000 € |
| Schlafzimmer | 500 – 2.000 € | 2.000 – 5.000 € | 5.000 – 10.000 € |
| Keller (Sanierung) | 3.000 – 8.000 € | 8.000 – 20.000 € | 20.000 – 40.000 € |
Bad und Küche sind aus gutem Grund teurer als alle anderen Räume: Hier laufen Wasser- und Abwasserleitungen, Elektrikarbeiten sind zwingend erforderlich, und Fliesen sowie Sanitärinstallationen verlangen nach spezialisierten Handwerkern. Oft arbeiten hier mehrere Gewerke gleichzeitig – das kostet Koordinationsaufwand und Zeit.
Kosten für Gebäudehülle und Haustechnik
Die größten Posten bei einer umfassenden Sanierung sind fast immer Dach, Fassade, Fenster und Heizung. Diese Tabelle zeigt dir außerdem, wann welche Maßnahme typischerweise fällig wird – die Lebensdauern geben dir eine intuitive Dringlichkeitseinschätzung. Wenn dein Dach 35 Jahre alt ist, solltest du es auf deiner Prioritätenliste nach oben schieben – nicht weil es sofort undicht ist, sondern weil ein kleines Leck unbehandelt schnell Schimmelschäden verursacht, die dein Budget deutlich stärker belasten.
| Maßnahme | Kostenbandbreite | Typische Lebensdauer | Förderfähig? |
|---|---|---|---|
| Dach neu eindecken | 8.000 – 30.000 € | ca. 40–50 Jahre | Bedingt |
| Dachdämmung | 5.000 – 20.000 € | ca. 30–40 Jahre | Ja (BEG) |
| Fassade / Außendämmung | 10.000 – 40.000 € | ca. 25–35 Jahre | Ja (BEG) |
| Fenster (3-fach Verglasung) | 500 – 1.500 € pro Stück | ca. 20–30 Jahre | Ja (BEG) |
| Heizung (Wärmepumpe) | 15.000 – 25.000 € | ca. 20–25 Jahre | Ja (BEG/BAFA) |
| Heizung (Gas-Brennwert) | 8.000 – 15.000 € | ca. 20 Jahre | Eingeschränkt |
| Keller abdichten | 3.000 – 15.000 € | langfristig | Bedingt |
Hinweis: Die Kostenbandbreiten für Dach und Dachdämmung stimmen mit den Werten der vorherigen Tabelle überein – die erste Tabelle zeigt Einzelmaßnahmen, diese hier die kombinierten Richtwerte inklusive typischer Lebensdauer und Förderfähigkeit.
Was kostet eine komplette Hausrenovierung? Gesamtkosten realistisch einschätzen
Was kostet es, ein Haus zu renovieren? Als grobe Faustformel gilt: Die Kosten fürs Haus renovieren liegen bei einer umfassenden Sanierung (Gebäudehülle + Haustechnik + Innenausbau) je nach Zustand und Ausstattungswunsch zwischen 400 und 1.000 € pro m² Wohnfläche. Bei einer reinen Schönheitsrenovierung liegt der Wert bei 80–200 €/m².
| Hausgröße | Schönheitsrenovierung | Teilsanierung | Komplettsanierung |
|---|---|---|---|
| 80 m² | 8.000 – 16.000 € | 40.000 – 80.000 € | 80.000 – 140.000 € |
| 100 m² | 10.000 – 20.000 € | 50.000 – 100.000 € | 100.000 – 180.000 € |
| 150 m² | 15.000 – 30.000 € | 75.000 – 150.000 € | 150.000 – 250.000 € |
| 200 m² | 20.000 – 40.000 € | 100.000 – 200.000 € | 200.000 – 350.000 € |
Richtwerte für Deutschland, Stand: Mai 2026. Abweichungen je nach Baujahr, Region, Handwerkermarkt und gewähltem Qualitätsstandard sind möglich.
Diese Bandbreiten sind bewusst weit – weil die Unterschiede real sind. Ein Einfamilienhaus aus den 1980ern mit gut gepflegtem Dach und funktionierender Heizung liegt im unteren Bereich. Ein unsanierter Altbau aus den 1950ern mit Asbest, veralteter Elektrik und undichtem Keller landet eher am oberen Ende.
Was ist mit 100.000 € oder 150.000 € realistisch?
Kann man für 100.000 € ein Haus sanieren? Ja – aber mit klaren Prioritäten und Abstrichen.
Bei einem 120-m²-Haus in durchschnittlichem Zustand sind 100.000 € ausreichend für eine solide Teilsanierung:
Rechenbeispiel 100.000 € Budget (120 m², Baujahr ca. 1985, Zeitrahmen: ca. 3–5 Monate):
- Neue Heizungsanlage (Wärmepumpe): ca. 15.000 – 20.000 €
- Badezimmer komplett: ca. 15.000 – 20.000 €
- Neue Fenster (10 Stück): ca. 8.000 – 12.000 €
- Böden im Erdgeschoss erneuern: ca. 6.000 – 10.000 €
- Innenräume streichen: ca. 5.000 – 8.000 €
- Puffer für unerwartete Kosten (10 %): ca. 5.000 – 7.000 €
Gesamt: ca. 54.000 – 77.000 €
Mit den verbleibenden ca. 23.000–46.000 € des Budgets hast du Spielraum für sinnvolle Ergänzungen: Eine Dachdämmung (ca. 5.000–15.000 €) ist der nächste logische Schritt, weil sie sich über die Energieeinsparung langfristig amortisiert. Alternativ kannst du die Fassade von innen dämmen (günstiger als WDVS, aber weniger effektiv) oder den Keller trocken legen, wenn dort Feuchtigkeitsprobleme bestehen. Was mit 100.000 € nicht geht: eine vollständige Fassadendämmung plus Dachsanierung plus Innenausbau bei einem 150-m²-Haus.
Kann man mit 150.000 € ein Haus sanieren? Deutlich komfortabler.
Rechenbeispiel 150.000 € Budget (140 m², Baujahr ca. 1975, Zeitrahmen: ca. 5–8 Monate):
- Wärmepumpe inkl. Fußbodenheizung: ca. 25.000 – 35.000 €
- Fassadendämmung (WDVS): ca. 20.000 – 30.000 €
- Badezimmer komplett: ca. 15.000 – 22.000 €
- Neue Fenster (12 Stück): ca. 10.000 – 15.000 €
- Küche (Mittelklasse): ca. 10.000 – 15.000 €
- Böden Gesamthaus: ca. 8.000 – 12.000 €
- Elektrik prüfen und teilweise erneuern: ca. 5.000 – 10.000 €
- Puffer (10 %): ca. 10.000 – 14.000 €
Gesamt: ca. 103.000 – 153.000 € – eine umfassende Sanierung, die Heizung, Hülle und Innenausbau gleichzeitig angeht, ist damit machbar.
Was fehlt: Dachsanierung (wenn nötig), Keller und hochwertige Ausstattungsdetails. Diese können entweder in einem zweiten Schritt angegangen oder durch Fördermittel teilfinanziert werden.
Die tatsächlichen Kosten hängen stark von deiner Region, dem konkreten Zustand des Hauses und der gewählten Ausführungsqualität ab. Hol dir vor Projektbeginn mindestens drei Angebote von Handwerkern ein.
Was tun, wenn das Budget unter 100.000 € liegt?
Nicht jeder hat ein sechsstelliges Budget zur Verfügung – und das ist kein Grund, gar nichts zu tun. Mit 20.000–50.000 € kannst du gezielt die wichtigsten Baustellen angehen und Schlimmeres verhindern.
Rechenbeispiel Minimal-Sanierung 30.000 € (Schutz vor dem Schlimmsten):
- Dach abdichten / kleinere Schäden beheben: ca. 3.000 – 8.000 €
- Heizung (Gas-Brennwert als Überbrückung oder Wärmepumpe mit Förderung): ca. 8.000 – 15.000 €
- Bad funktional erneuern (kein Luxus): ca. 6.000 – 10.000 €
- Puffer: ca. 3.000 – 5.000 €
Die Logik dahinter: Wasserschäden und Heizungsausfall sind die teuersten Folgefehler. Wer diese beiden Risiken eliminiert, hat das Haus stabilisiert – auch wenn der Innenausbau vorerst warten muss. Schönheitsrenovierungen kannst du in Eigenleistung schrittweise ergänzen.
Was kostet es, ein altes Haus komplett zu renovieren?
Bei Altbauten – grob: alles vor 1980 – kommen Mehrkosten hinzu, die viele Käufer und Eigentümer unterschätzen.
Schadstoffe sind der häufigste Überraschungsposten. Asbest wurde bis 1993 in vielen Baustoffen eingesetzt: in Dachplatten, Fassadenverkleidungen, Bodenbelägen, Klebern und Rohrisolierungen. KMF (künstliche Mineralfasern) wurden bis etwa 2000 als Dämmmaterial verbaut. Beide Stoffe sind für Laien kaum sicher zu identifizieren – lass vor größeren Abbrucharbeiten grundsätzlich eine Schadstoffanalyse durch einen zertifizierten Sachverständigen machen. Beide Stoffe dürfen ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben entsorgt werden – Kosten zwischen 2.000 und 15.000 €, je nach Menge und Verbauungsart.
Weitere Altbau-typische Mehrkosten:
- Unbekannte Leitungsführung: Elektrik und Wasserrohre liegen oft nicht da, wo man sie vermutet – Planungskosten steigen.
- Feuchtigkeit im Keller: Häufig undicht, teils mit Schimmel – Sanierungskosten 5.000–20.000 €.
- Statikfragen: Wenn tragende Wände verändert werden sollen, ist ein Statikgutachten Pflicht (500–2.000 €).
- Fehlende Dämmung: Vor 1977 (erstes Wärmeschutzgesetz) kaum vorhanden – muss häufig komplett nachgerüstet werden.
Für ein vollständig zu sanierendes Altbau-Haus (Baujahr vor 1970, ca. 130 m²) solltest du mit Gesamtkosten von 150.000 – 300.000 € rechnen, im schlechteren Fall auch mehr.
Bevor du kaufst: Ein Gutachter beim Hauskauf kann versteckte Mängel aufdecken, die dein Renovierungsbudget sprengen würden. Wer die Vorbereitung auf die Immobiliensuche strukturierter angehen möchte, findet unter Vorbereitung auf die Immobiliensuche einen guten Einstiegspunkt.
Was zuerst renovieren? So setzt du Prioritäten richtig
Das ist die Frage, die Eigentümer am meisten beschäftigt – und die kaum ein Leitfaden wirklich beantwortet. Die gute Nachricht: Es gibt eine klare Logik, an der du dich orientieren kannst.
Priorisierungsreihenfolge:
- Substanzschutz und Dringlichkeit – Was beschädigt sich täglich weiter, wenn du nichts tust?
- Gesetzliche Pflicht – Was schreibt das GEG vor?
- Energieeinsparung mit Amortisation – Was zahlt sich in absehbarer Zeit zurück?
- Wertsteigerung – Was erhöht den Marktwert des Hauses?
- Komfort – Was macht das Leben angenehmer?
Diese Reihenfolge ist nicht willkürlich. Ein kleines Dachleck kostet 500 € zu reparieren – wenn du es ein Jahr ignorierst, hast du Schimmel im Dachstuhl und zahlst das Zehnfache. Umgekehrt macht eine neue Designküche keinen Sinn, wenn das Fundament Feuchtigkeitsprobleme hat.
Was muss sofort erledigt werden – und was kann warten?
Sofort angehen:
- Wasserschäden jeder Art (Dach, Keller, Leitungen)
- Schimmelbefall (Ausbreitung exponentiell, Gesundheitsrisiko)
- Heizungsausfall im Winter
- Elektrische Defekte (Brandgefahr)
- Statisch relevante Schäden
Kann warten:
- Schönheitsrenovierung (Farbe, Tapeten)
- Neue Küche, wenn die alte funktioniert
- Garten und Außenbereich
- Komfort-Modernisierungen (Smart Home, Fußbodenheizung)
Wenn dein Haus älter als 20 Jahre ist, lohnt sich ein strukturierter Check: Wann wurde das Dach zuletzt erneuert? Wie alt ist die Heizung? Gibt es feuchte Flecken im Keller? Diese drei Fragen kosten nichts – und können dir viele tausend Euro sparen.
Welche Sanierungsmaßnahmen sind gesetzlich vorgeschrieben?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verpflichtet Eigentümer in bestimmten Situationen zur Nachrüstung. Die wichtigsten Punkte (Stand: Mai 2026):
- Dämmung der obersten Geschossdecke: Wer eine nicht ausgebaute, zugängliche oberste Geschossdecke hat, muss diese dämmen – sofern sie den Mindestanforderungen nicht entspricht. Die Frist gilt bei Eigentumsübergang.
- Heizungstausch: Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind und nicht dem Stand der Technik entsprechen, müssen in bestimmten Fällen ersetzt werden.
- Ölheizungen: Neue reine Ölheizungen dürfen seit 2026 grundsätzlich nicht mehr eingebaut werden (mit Ausnahmen, z. B. in Gebieten ohne Gasnetz oder bei Hybridlösungen).
Wichtig: Diese Regelungen können sich ändern, und im Einzelfall kommt es auf die konkrete Situation an. Lass dich von einem Energieberater oder einem zugelassenen Fachplaner beraten – gerade wenn du ein älteres Haus kaufst oder geerbt hast.
Schritt für Schritt: So planst du eine Hausrenovierung
Eine Renovierung scheitert selten am Handwerk – meistens an der Planung. Wer die richtige Reihenfolge einhält, spart Zeit, Nerven und Geld.
1. Bestandsaufnahme
Geh systematisch durch dein Haus und dokumentiere alles: Feuchtigkeitsflecken, Risse, Alter der Heizung, Zustand der Fenster, auffällige Elektrik. Bei älteren Gebäuden lohnt sich eine professionelle Begutachtung durch einen Bausachverständigen.
2. Prioritätenliste erstellen
Sortiere nach der Dringlichkeitslogik aus dem vorigen Abschnitt: Substanzschutz vor Komfort. Lege fest, was in diesem Jahr, was in zwei bis fünf Jahren und was langfristig angegangen wird.
3. Budget und Förderung klären
Bevor du Handwerker anfragst: Kläre dein realistisches Budget und prüfe, welche Fördermittel für deine geplanten Maßnahmen in Frage kommen (mehr dazu im nächsten Abschnitt). KfW- und BAFA-Anträge müssen vor Maßnahmenbeginn gestellt werden – wer das vergisst, verliert die Förderung.
4. Mindestens drei Angebote einholen
Hol für jedes Gewerk mindestens drei Vergleichsangebote ein. Achte darauf, dass alle Angebote dieselben Leistungen beschreiben – sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. Regionale Handwerkskammern und Verbraucherportale helfen bei der Suche nach zertifizierten Betrieben.
5. Reihenfolge der Gewerke festlegen
Die richtige Abfolge spart erheblich Kosten: Zuerst kommen alle Roh- und Abbrucharbeiten, dann Statik und Strukturarbeiten, danach Elektrik und Sanitär (Leitungen ziehen), dann Estrich und Putz, dann Fenster und Türen, dann Maler und Bodenleger, zuletzt Sanitärinstallationen und Küchenmontage. Wer den Maler vor dem Elektriker kommen lässt, bezahlt zweimal.
6. Abnahme und Dokumentation
Nimm jede Maßnahme förmlich ab, bevor du zahlst. Lass dir Wartungsunterlagen, Garantiepapiere und Konformitätserklärungen aushändigen – das ist bei einem späteren Verkauf oder für Förderanträge wichtig.
Eigenleistung oder Handwerker – was lohnt sich wirklich?
Eigenleistung spart Geld – aber nicht immer und nicht bei allem. Ein ehrlicher Blick auf die Frage, wann du selbst Hand anlegen solltest:
Gut geeignet für Eigenleistung:
- Wände streichen und tapezieren
- Einfache Bodenbeläge verlegen (Laminat, Vinyl)
- Gartenarbeiten und Außenbereich
- Rückbau und Entrümpeln (spart Handwerkerzeit)
- Malerarbeiten in Innenräumen generell
Finger weg – Profi ist Pflicht oder deutlich günstiger:
- Elektrik (gesetzliche Vorschriften, Brandgefahr)
- Wasser- und Heizungsinstallation
- Statik und tragende Bauteile
- Dacharbeiten (Unfallgefahr, Gewährleistung)
- Asbest- und Sch
Renovierung finanzieren – so geht’s
Plane deine Renovierung mit der richtigen Finanzierung. Vergleiche jetzt Konditionen und finde den besten Kredit für dein Projekt.






