
Kernsanierung Kosten 2026: Was du wirklich einplanen musst

Dr. Marc Rustige
Dr. Marc Rustige ist Co-Founder von Justhome. Seit über 10 Jahren beschäftigt er sich mit der Immobilienkauf und -verkauf im digitalen Zeitalter. Als promovierter Betriebswirt ist dabei insbesondere die Immobilienfinanzierung sein Interessengebiet.
8. Juli 2026Aktualisiert vor etwa 2 StundenLesezeit: 12 Min.
Eine Kernsanierung kostet zwischen 800 und 1.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120–150 m² bedeutet das Gesamtkosten von rund 100.000 bis 240.000 Euro – je nach Gebäudezustand, Umfang der Maßnahmen und regionalen Handwerkerpreisen. Plane immer einen Puffer von 15–20 % für Unvorhergesehenes ein.
Ein Haus für 150.000 Euro kaufen und für 200.000 Euro kernsanieren – oder doch lieber neu bauen? Wer diese Frage stellt, braucht keine Hochglanz-Kostentabellen, sondern ehrliche Zahlen. Die Kernsanierung Kosten schwanken enorm – und genau das erklärt dieser Artikel: was eine Kernsanierung umfasst, was sie wirklich kostet, welche Überraschungen dich teuer zu stehen kommen können, und wie du das Ganze finanzierst.
Bevor du loslegst, hilft dir unser Budgetrechner, einen ersten Überblick zu bekommen, wie viel du dir insgesamt leisten kannst – inklusive Kaufpreis und Sanierungskosten.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Kernsanierung?
Eine Kernsanierung ist die umfassende Erneuerung eines Gebäudes bis auf die tragende Struktur. Dabei werden Dach, Fassade, Fenster, Heizung, Elektrik, Sanitär und der gesamte Innenausbau erneuert oder grundlegend modernisiert. Der Rohbau bleibt erhalten – alles andere wird auf den neuesten Stand gebracht.
Typischerweise gehören folgende Gewerke dazu:
- Dachsanierung und Dachdämmung
- Fassadendämmung und ggf. neuer Außenputz
- Fenstererneuerung und neue Außentüren
- Heizungsanlage (inkl. Rohrleitungen)
- Elektroinstallation (Leitungen, Verteiler, Anschlüsse)
- Sanitär (Wasserversorgung, Abwasser, Bäder)
- Innenausbau (Estrich, Böden, Putz, Decken, Treppe)
Kernsanierung, Sanierung oder Renovierung – wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. Dabei gibt es klare Unterschiede:
- Renovierung: Kosmetische Maßnahmen wie Streichen, Tapezieren oder ein neuer Bodenbelag. Keine Eingriffe in die Bausubstanz. Typische Kosten: 50–200 €/m². Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zu Haus renovieren Kosten.
- Teilsanierung: Einzelne Gewerke werden erneuert – zum Beispiel nur die Heizung, nur das Dach oder nur die Bäder. Der Rest bleibt unangetastet. Einen Überblick über die Kosten einzelner Maßnahmen gibt dir unser Artikel zu Haussanierung Kosten.
- Kernsanierung: Alles bis auf die tragende Struktur wird erneuert. Die Bausubstanz wird bis auf den Rohbau zurückgeführt und komplett neu aufgebaut – Außenhülle, Haustechnik und Innenausbau.
Faustregel: Wenn du mehr als drei Gewerke gleichzeitig erneuerst und dabei in die Substanz eingreifst, ist es eine Kernsanierung.
Bevor es losgeht: Reihenfolge und Planung der Kernsanierung
Eine Kernsanierung ist kein Projekt, bei dem du einfach loslegen solltest. Die richtige Reihenfolge spart dir bares Geld – wer sie ignoriert, zahlt doppelt.
Schritt 1: Bestandsaufnahme und Gutachten
Lass einen Baugutachter oder Energieberater das Gebäude begutachten. Dabei werden der Zustand der Bausubstanz, mögliche Schadstoffe (Asbest, PCB, Bleirohre) und der energetische Ist-Zustand dokumentiert. Das kostet zwischen 500 und 1.500 Euro – kann dich aber vor einer Fehlinvestition in sechsstelliger Höhe schützen. Unser Ratgeber zum Thema Gutachter beim Hauskauf erklärt, worauf du achten solltest.
Schritt 2: Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)
Ein zugelassener Energieberater erstellt dir einen iSFP – das ist nicht nur Voraussetzung für den iSFP-Förderbonus, sondern gibt dir eine klare Reihenfolge und Priorisierung aller Maßnahmen.
Schritt 3: Förderanträge stellen
Alle Förderanträge (KfW, BAFA) müssen vor Baubeginn und vor Vertragsabschluss mit Handwerkern gestellt werden. Wer das vergisst, bekommt rückwirkend keine Förderung.
Schritt 4: Sanierung in der richtigen Reihenfolge
Die logische Abfolge lautet immer:
- Außenhülle – Dach, Fassade, Fenster (das Gebäude muss dicht und gedämmt sein)
- Haustechnik – Heizung, Elektrik, Sanitär, Lüftung (die Technik wird auf den neuen Dämmstandard ausgelegt)
- Innenausbau – Estrich, Böden, Wände, Malerarbeiten (zum Schluss, wenn alles darunter fertig ist)
Wer zum Beispiel die Heizung vor der Dämmung einbaut, dimensioniert sie zu groß – das kostet unnötig Geld und verschwendet Energie.
Schritt 5: Abnahme und Dokumentation
Nach Abschluss der Arbeiten lässt du die Maßnahmen durch den Energieberater bestätigen und reichst die Nachweise bei KfW oder BAFA ein.
Was wird bei einer Kernsanierung gemacht?
Eine Kernsanierung folgt der oben beschriebenen Reihenfolge: von außen nach innen, von der Hülle zur Haustechnik, vom Rohbau zum Ausbau.
Außenhülle: Dach, Fassade, Fenster und Türen
Die Außenhülle kommt zuerst – immer. Bevor Heizung, Elektrik oder Innenausbau angegangen werden, muss das Gebäude dicht und gedämmt sein. Andernfalls verpufft ein Großteil der Heizleistung durch undichte Wände, ein schlecht gedämmtes Dach oder einfach verglaste Fenster aus den 1970ern.
- Dachsanierung: Neue Eindeckung (Ziegel, Bitumenbahn bei Flachdach), Aufdachdämmung oder Zwischensparrendämmung, ggf. neue Dachgauben oder Dachflächenfenster
- Fassadendämmung: Meistens als WDVS (Wärmedämmverbundsystem) – Dämmplatten werden auf die Außenwand geklebt und verputzt. Bei Denkmalschutz kommt stattdessen eine Innendämmung in Frage, weil Außendämmungen an denkmalgeschützten Gebäuden häufig nicht genehmigt werden.
- Fenster: Austausch gegen moderne Zweifach- oder Dreifachverglasung mit Wärmedämmrahmen
- Außentüren: Neue Haus- und Kellertüren mit zeitgemäßer Wärmedämmung und Einbruchschutz
Haustechnik: Heizung, Elektrik, Sanitär und Lüftung
Hinter den Wänden stecken die häufigsten Kostentreiber bei Altbauten. Veraltete Elektroleitungen aus Aluminium, korrodierte Wasserrohre, eine Ölheizung aus den 1980ern – hier schlummern die Überraschungen, die das Budget sprengen.
- Heizungsanlage: Kompletttausch des Heizkessels, aller Heizkörper oder Flächenheizungen und der Rohrleitungen. Wärmepumpe, Pellets oder Nah-/Fernwärme – die Wahl hängt vom Dämmstandard und der verfügbaren Energiequelle ab.
- Hybridheizung: Eine Kombination aus Wärmepumpe und Gas-Backup-Heizung, die den Kessel nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen zuschaltet. Sie ist günstiger in der Anschaffung als eine reine Wärmepumpe, aber langfristig teurer im Betrieb.
- Elektroleitungen: Neue Unterverteilung, alle Leitungen, Steckdosen und Schalter. In Altbauten aus den 1960er und 1970er Jahren fast immer vollständig notwendig.
- Wasserleitungen und Abwasser: Erneuerung der Trinkwasserleitungen (ggf. Bleirohre entfernen), Erneuerung der Abwasserleitungen im Keller.
- Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL): Bei stark gedämmten Gebäuden sinnvoll oder sogar notwendig, um Schimmelbildung zu vermeiden – ein Posten, der oft vergessen wird.
Der teure Teil: Wenn Leitungen erst freigelegt, Wände aufgestemmt und hinterher wieder geschlossen werden müssen, steigen die Kosten sprunghaft. Das ist keine Ausnahme – das ist Alltag bei Altbauten.
Innenausbau: Böden, Wände, Decken und Treppe
Der Innenausbau kommt zum Schluss – und bietet die größte Kostenspanne des gesamten Projekts. Hier entscheidest du, ob du funktional oder hochwertig ausbauen willst.
- Estrich: Neuer Fließestrich oder Trockenestrich als Basis für alle Bodenbeläge
- Bodenbeläge: Von Laminat (ab ca. 20 €/m²) bis Parkett oder Naturstein (100 €/m² und mehr)
- Putz und Trockenbau: Neue Innenwände, abgehängte Decken, Trockenbauständerwände
- Malerarbeiten: Grundierung, Farbanstriche, ggf. Tapeten
- Treppe: Erneuerung oder Verkleidung der bestehenden Treppe – je nach Zustand und Geschmack
Hier kannst du sparen. Aber hier kannst du auch überraschend viel ausgeben, wenn Wünsche wachsen.
Kernsanierung Kosten: Wie viel musst du wirklich einplanen?
Eine Kernsanierung kostet im Durchschnitt zwischen 800 und 1.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120–150 m² bedeutet das Gesamtkosten von 100.000 bis 240.000 Euro – je nach Zustand des Gebäudes, Umfang der Maßnahmen und regionalen Handwerkerpreisen.
Warum ist die Spanne so groß? Drei Faktoren bestimmen den Preis mehr als alles andere:
- Gebäudezustand: Ein Haus aus den 1970ern mit trockenem Mauerwerk, intakter Statik und ohne Schadstoffe ist ein anderes Projekt als ein Haus aus den 1950ern mit feuchtem Keller, Asbestdämmplatten und veralteter Elektrik. Schadstoffe allein können den Abriss- und Entsorgungsaufwand um 10.000–30.000 Euro erhöhen.
- Umfang der Maßnahmen: Wer nur auf Effizienzhaus 70 saniert, gibt weniger aus als jemand, der auf Effizienzhaus 40 Plus zielt. Was du weglässt, spart Geld kurzfristig, kann aber Fördermittel kosten.
- Regionale Handwerkerpreise: In München oder Hamburg liegen die Handwerkerkosten deutlich über dem Bundesdurchschnitt. In strukturschwächeren Regionen kann es günstiger werden – wenn du überhaupt Handwerker findest.
Wichtig: Plane immer einen Puffer von 15–20 % ein. Erfahrene Bauherren kalkulieren diesen Puffer von Anfang an. Bei einer Kernsanierung sind unvorhergesehene Kosten die Regel, nicht die Ausnahme. Wer ohne Puffer startet, gerät mitten im Projekt in Geldnot.
Kosten nach Hausgröße
Die Wohnfläche ist einer der stärksten Kostentreiber. Die folgende Tabelle zeigt dir, in welchem Rahmen sich die Gesamtkosten bei unterschiedlichen Hausgrößen bewegen:
| Wohnfläche | Kosten günstig (ca. 800 €/m²) | Kosten mittel (ca. 1.200 €/m²) | Kosten hoch (ca. 1.600 €/m²) |
|---|---|---|---|
| 100 m² | ca. 80.000 € | ca. 120.000 € | ca. 160.000 € |
| 150 m² | ca. 120.000 € | ca. 180.000 € | ca. 240.000 € |
| 180 m² | ca. 144.000 € | ca. 216.000 € | ca. 288.000 € |
| 200 m² | ca. 160.000 € | ca. 240.000 € | ca. 320.000 € |
Orientierungswerte ohne Puffer. Die tatsächlichen Kosten hängen von Gebäudezustand, Region und Ausstattungsstandard ab. Plane zusätzlich 15–20 % Puffer ein.
Beachte: Bestimmte Kosten steigen nicht linear mit der Fläche. Die Heizungsanlage, der Elektroverteiler oder die Baustelleneinrichtung kosten bei 200 m² nicht doppelt so viel wie bei 100 m². Dafür steigen die Kosten für Böden, Putz und Malerarbeiten fast proportional zur Fläche.
Was kostet 100 qm Kernsanierung?
Bei 100 m² Wohnfläche liegt der Kostenrahmen für eine vollständige Kernsanierung je nach Gebäudezustand und Ausstattungsstandard bei rund 80.000 bis 160.000 Euro. Hinzu kommt der empfohlene Puffer von 15–20 % für unvorhergesehene Kosten.
Drei Szenarien: Best Case, Realistische Kalkulation, Worst Case
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120 m² Wohnfläche, Baujahr 1970er:
| Szenario | Kosten gesamt | Kosten/m² | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Best Case | ca. 100.000–130.000 € | ca. 830–1.080 €/m² | Guter Grundzustand, keine Schadstoffe, keine feuchten Wände, einfacher Innenausbau, gute Handwerkerpreise |
| Realistisch | ca. 150.000–200.000 € | ca. 1.250–1.670 €/m² | Durchschnittlicher Altbau, Standardausstattung, kleinere Überraschungen |
| Worst Case | ca. 220.000–280.000 € | ca. 1.830–2.330 €/m² | Schadstoffe (Asbest, PCB), feuchtes Mauerwerk, hochwertige Ausstattung, Statikprobleme |
Stand: Juni 2026. Orientierungsgrößen auf Basis marktüblicher Handwerkerpreise. Eine Vor-Ort-Begutachtung durch einen Energieberater oder Baugutachter liefert verlässliche Zahlen.
Rechenbeispiel: Ein Musterhaus durchgerechnet
Damit du dir konkret etwas vorstellen kannst: Hier ein fiktives, aber realistisches Beispiel für ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche, Baujahr 1972, Sanierungsziel Effizienzhaus 70.
| Gewerk | Beispielkosten |
|---|---|
| Dachsanierung (ca. 150 m² Dachfläche) | ca. 18.000–25.000 € |
| Fassadendämmung WDVS (ca. 200 m² Fassade) | ca. 20.000–30.000 € |
| Fenster (12 Stück inkl. Einbau) | ca. 12.000–18.000 € |
| Außentür + Kellertür | ca. 4.000–6.000 € |
| Heizungsanlage (Luft-Wasser-Wärmepumpe) | ca. 18.000–25.000 € |
| Elektroinstallation komplett | ca. 10.000–15.000 € |
| Sanitär (2 Bäder, Standard) | ca. 18.000–28.000 € |
| Innenausbau (Böden, Putz, Malerarbeiten) | ca. 25.000–40.000 € |
| Planungs- und Nebenkosten (ca. 12 %) | ca. 15.000–22.000 € |
| Zwischensumme | ca. 140.000–209.000 € |
| Puffer 15–20 % | ca. 21.000–42.000 € |
| Gesamtrahmen | ca. 161.000–251.000 € |
Rechenbeispiel zur Orientierung. Tatsächliche Kosten hängen von deinem konkreten Gebäude, der Region und dem Ausstattungsstandard ab.
Das zeigt: Selbst im Normalfall ist eine Kernsanierung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses ein sechsstelliges Projekt. Plane auf Basis des realistischen Szenarios, nicht des günstigsten. Mit dem Baufinanzierungsrechner kannst du prüfen, wie sich die Kosten auf deine monatliche Rate auswirken.
Welches Effizienzhausniveau lohnt sich?
Das Effizienzhausniveau entscheidet nicht nur über die Energiekosten nach der Sanierung, sondern auch über die Höhe der KfW-Förderung. Hier ein Überblick:
| Effizienzhausniveau | Bedeutung | Typische Mehrkosten ggü. Basissanierung | KfW-Tilgungszuschuss (Kredit 261) |
|---|---|---|---|
| EH 85 | 85 % des Energiebedarfs eines Neubau-Referenzgebäudes | gering (ca. 5.000–15.000 €) | 5 % |
| EH 70 | 70 % des Referenzgebäudes | mittel (ca. 15.000–30.000 €) | 10 % |
| EH 55 | 55 % des Referenzgebäudes | hoch (ca. 30.000–50.000 €) | 15 % |
| EH 40 | 40 % des Referenzgebäudes – Niedrigenergiehaus | sehr hoch (ca. 50.000–80.000 €) | 20 % |
Stand: Juni 2026. KfW-Förderprogramme wurden seit 2023 mehrfach angepasst – aktuelle Konditionen unbedingt vor Antragstellung auf kfw.de prüfen.
Für die meisten Altbauten aus den 1960er bis 1980er Jahren ist Effizienzhaus 70 der wirtschaftlich sinnvollste Zielstandard. Der Sprung von EH 85 auf EH 70 kostet überschaubar mehr (ca. 15.000–30.000 € Mehraufwand), bringt aber deutlich mehr Förderung und spürbar niedrigere Heizkosten. Der nächste Schritt auf EH 55 hingegen kostet oft 20.000–30.000 € zusätzlich – und diese Summe holt man über die eingesparte Energie in vielen Fällen nicht zurück.
Kernsanierung Kosten nach Baujahr
Das Baujahr deines Hauses bestimmt maßgeblich, welche Gewerke du anpacken musst und wie teuer die Sanierung wird. Jede Epoche hat ihre typischen Schwachstellen – und ihre typischen Kostentreiber.
Haus aus den 50er Jahren kernsanieren
Häuser aus den 1950er Jahren wurden in der Nachkriegszeit oft schnell und mit einfachen Materialien errichtet. Typische Merkmale und Herausforderungen:
- Dünne Außenwände (oft nur 24 cm Mauerwerk) mit minimalem Dämmwert
- Kein Dachüberstand oder nur geringer Schutz der Fassade
- Veraltete Elektrik – häufig noch Aluminium-Leitungen und veraltete Sicherungen
- Bleirohre in der Wasserinstallation – müssen aus gesundheitlichen Gründen komplett raus
- Feuchte Keller ohne Horizontalsperre – hier ist oft eine nachträgliche Abdichtung nötig
- Schadstoffe: In manchen Baustoffen aus den 50ern findet sich Asbest oder teerhaltige Dachpappe
Typische Kostenspanne: 1.000–1.800 €/m² Wohnfläche. Die Kosten liegen am oberen Rand, weil fast alles erneuert werden muss und Schadstoffsanierung häufig hinzukommt.
Haus aus den 60er Jahren kernsanieren
Häuser der 1960er Jahre sind in Deutschland besonders häufig – und besonders typische Sanierungskandidaten. Die Bauqualität ist oft besser als in den 50ern, aber die technische Ausstattung ist hoffnungslos veraltet.
- Einfach verglaste Fenster – manche sogar noch ohne Dichtung
- Nachtspeicherheizungen oder Ölheizungen mit hohem Verbrauch
- Elektroinstallation fast immer erneuerungsbedürftig (Aluminium-Leitungen, zu wenige Stromkreise)
- Keine oder minimale Dachdämmung
- Asbest in Bodenbelägen (Flex-Platten), Dacheindeckung oder Fassadenplatten – kommt sehr häufig vor
- Solide Bausubstanz: Mauerwerk und Statik sind meistens in gutem Zustand
Typische Kostenspanne: 900–1.600 €/m² Wohnfläche. Die solide Grundsubstanz ist der Vorteil – die Schadstoffproblematik (vor allem Asbest) kann die Kosten aber deutlich nach oben treiben.
Haus aus den 70er Jahren kernsanieren
Die 1970er Jahre brachten größere Fenster, offenere Grundrisse und erste Versuche der Wärmedämmung – oft allerdings mit problematischen Materialien.
- Erste Dämmmaßnahmen, aber häufig unzureichend oder mit Schadstoffen belastet (z. B. Mineralwolle mit Formaldehyd-Bindemitteln)
- Flachdächer – besonders bei Bungalows typisch, häufig undicht und sanierungsbedürftig
- Große Fensterflächen mit Zweifachverglasung der ersten Generation – technisch überholt
- Ölzentralheizung als Standard – Kessel und Rohrleitungen am Ende der Lebensdauer
- Bessere Elektrik als in den 50ern und 60ern, aber meist trotzdem erneuerungsbedürftig
Typische Kostenspanne: 800–1.400 €/m² Wohnfläche. Häuser aus den 70ern sind oft die wirtschaftlich attraktivsten Sanierungsprojekte, weil die Bausubstanz solide ist und die Grundrisse zeitgemäßer sind als bei älteren Häusern.
Kernsanierung Kosten pro m²: Aufschlüsselung nach Gewerk
Die Gesamtkosten einer Kernsanierung entstehen aus vielen Einzelpositionen. Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick, was die einzelnen Gewerke kosten – als Orientierung für deine Planung.
| Gewerk | Kosten | Einheit | Preistreiber |
|---|---|---|---|
| Dach (Neueindeckung + Dämmung) | 80–200 € | pro m² Dachfläche | Dachform, Dämmstandard, Material |
| Fassadendämmung (WDVS) | 80–180 € | pro m² Fassadenfläche | Dämmstärke, Putzqualität, Gerüst |
| Fenster (inkl. Einbau) | 500–1.500 € | pro Fenster | Verglasung, Rahmenmaterial, Größe |
| Außentür | 1.500–4.000 € | Stück | Einbruchschutz, Material, Dämmwert |
| Heizungsanlage (Wärmepumpe) | 15.000–30.000 € | Gesamt | Typ, Leistung, Verlegeaufwand |
| Heizungsanlage (Hybridheizung) | 8.000–18.000 € | Gesamt | Kessel, Rohrleitungen, Heizkörper |
| Elektroinstallation (komplett) | 60–120 € | pro m² Wohnfläche | Aufwand für Leitungsverlegung |
| Sanitär / Bad (einfach) | 8.000–15.000 € | pro Bad | Ausstattung, Fliesenwahl |
| Sanitär / Bad (hochwertig) | 15.000–35.000 € | pro Bad | Design, Einbauten, Materialien |
| Innenausbau (einfach) | 150–300 € | pro m² Wohnfläche | Laminat, Dispersionsfarbe, Standardputz |
| Innenausbau (hochwertig) | 300–600 € | pro m² Wohnfläche | Parkett, Kalkputz, individuelle Einbauten |
| Planungs- und Nebenkosten | ca. 10–15 % | der Bausumme | Architekt, Energieberater, Genehmigungen |
Stand: Juni 2026. Orientierungswerte auf Basis marktüblicher Handwerkerpreise.
Dach und Dachdämmung
Dachsanierungen kosten je nach System und Dämmstandard zwischen 80 und 200 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Ein Satteldach mit Sparrendämmung liegt oft im mittleren Bereich, während eine Aufsparrendämmung (die den Dachstuhl vollständig einbettet und den besten Dämmwert liefert) am oberen Ende liegt. Flachdächer haben andere Anforderungen: Hier geht es um Abdichtung und Aufbau-Dämmung.
Fassadendämmung und Außenwand
Das WDVS kostet je nach Dämmstärke und Putzqualität zwischen 80 und 180 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche – Gerüst inklusive. Bei Denkmalschutz ist eine Außendämmung oft nicht genehmigungsfähig; dann kommt Innendämmung in Frage, die jedoch Wohnfläche kostet und anspruchsvoll auszuführen ist. Ob dein Gebäude unter Denkmalschutz steht, erfährst du beim zuständigen Amt für Denkmalpflege deiner Kommune.
Fenster und Außentüren
Pro Fenster (Standardgröße, Kunststoffrahmen, Dreifachverglasung, inkl. Einbau) rechne mit 700–1.200 Euro. Holz-Alu-Rahmen oder besonders große Formate liegen höher. Die Anzahl der Fenster bestimmt den Gesamtposten stärker als die Wohnfläche.
Heizungsanlage
Der Heizungstausch ist einer der größten Einzelposten – und seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) bei Kernsanierungen oft nicht mehr optional. Das GEG schreibt vor, dass neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Das bedeutet in der Praxis: Wärmepumpe, Pellets, Nah-/Fernwärme oder Hybridlösungen.
Eine Wärmepumpe (Luft-Wasser) kostet inklusive Installation zwischen 15.000 und 30.000 Euro – vor Förderungen. Günstigere Hybridlösungen gibt es ab ca. 10.000–15.000 Euro, aber der Betri
Wie hoch wird deine monatliche Rate?
Kernsanierungen kosten schnell 150.000–250.000 Euro. Berechne jetzt, wie sich das auf deine monatliche Finanzierungsrate auswirkt.





